Koralmbahn eröffnet viele neue Perspektiven

von Karl Brodschneider

Die Koralmbahn ist mit zwei Festakten in Graz und Klagenfurt feierlicher ihrer Bestimmung übergeben worden und schafft neue Horizonte für die Wirtschaft und den Tourismus in den Bundesländern Steiermark und Kärnten.

 

Mit einem großen Fest in Graz und Klagenfurt feierte man die Frage der neuen Koralmstrecke für den Personenverkehr. Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker, Landeshauptmann Mario Kunasek und LH-Stellvertreterin Manuela Khom sowie zahlreiche Ehrengäste feierten dies unter anderem mit einer Fahrt im Premieren-Zug. Bundeskanzler Stocker sprach von einem Meilenstein in der Geschichte österreichischer Infrastrukturprojekte. „Als Teil der neuen Südstrecke lässt die Koralmbahn die zwei Zentralräume rund um Graz und Klagenfurt zusammenwachsen und schafft einen neuen, leistungsfähigen Wirtschaftsraum“, sagte Stocker.

 

Klares Ziel der Landespolitik

Politiker im Zug

Landesrätin Simone Schmiedtbauer und LH-Stellvertreterin Manuela Khom mit ihren Kärntner Regierungskollegen Martin Gruber und Sebastian Schuschnig.

Auch Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom zeigte sich erfreut und betonte: „Eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte in Europa geht nach mehr als 25 Jahren Bauzeit in Vollbetrieb. Von Anfang an war für uns klar, dass die Zukunft des Wirtschafts- und Lebensraumes im Süden Österreichs auch auf der Schiene stattfinden muss.“ Sie verdeutlichte die Rolle der Steirischen Volkspartei als treibende Kraft hinter Koralmbahn und Koralmtunnel. „Bereits in den späten 1990er-Jahren wurde dieses Bauprojekt von uns forciert. Das Engagement von Waltraud Klasnic auf Bundesebene – gemeinsam mit der Kärntner Landespolitik – hat die Umsetzung ermöglicht“, betonte Khom die Rolle von Waltraud Klasnic. Und weiter: „Die Koralmbahn ist nicht nur das Herzstück der neuen Südstrecke, sondern auch des Baltisch-Adriatischen Korridors. Das bringt für den Personenverkehr, aber gerade auch für den Güterverkehr erhebliche Verbesserungen. Die neue Südstrecke schafft die Basis für Wirtschaftswachstum und ist ein absolutes Zukunftsprojekt.“

 

Wichtige Infrastrukturprojekte

Khom wies im Zuge der Eröffnung der Koralmstrecke darauf hin, auch den Bau anderer Infrastrukturprojekte voranzutreiben: „Die politische Haltung, die den Koralmtunnel auf Schiene gebracht hat, ist uns auch heute Vorbild, wenn es gilt, weitere wichtige Infrastrukturprojekte umzusetzen. Vom dreispurigen Ausbau der A9 über den Lückenschluss der S 36 oder einen zweigleisigen Tunnel durch den Phyrnpass gibt es eine Reihe an Verkehrsprojekten, auf deren Realisierung wir auch weiterhin drängen werden.“

 

Von Graz nach Klagenfurt

Bis die Koralmbahn endlich den regulären Zugverkehr aufnehmen konnte, dauerte es gleich mehrere Jahrzehnte. 1990/91 erstellte man eine Machbarkeitsstudie über eine Strecke von Graz nach Klagenfurt. Wirklich konkret wurde es dann 1995, als eine erste Verordnung zur Koralmbahn erlassen und 1997 mit der Umweltverträglichkeitsprüfung begonnen wurde. Insgesamt wurden 5,9 Milliarden Euro in dieses Mega-Infrastrukturprojekt gesteckt. Kernstück ist der 33 Kilometer lange Tunnel. Er ist der längste Eisenbahntunnel Österreichs und der sechstlängste der Welt.

Nur mehr 41 Minuten dauert die schnellste Direktverbindung von Graz nach Klagenfurt, bisher waren es rund drei Stunden. Die aktuellen Railjets sind mit einem Tempo von bis zu 230 km/h unterwegs. Durch die Inbetriebnahme der Koralmbahn wurden auch unzählige Zug- und RegioBus-Verbindungen neu geplant und verdichtet.

 

[© STVP]

 

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