Im Fokus der diesjährigen Tagung standen steigende Unfallrisiken in den Sommermonaten sowie Fragen der Prävention – sowohl im Zusammenhang mit Freizeit- und Verkehrsunfällen als auch mit zunehmenden Hitzeperioden, Dürre und wachsender Waldbrandgefahr.
Mit Temperaturen deutlich über 30 Grad steigt auch die Unfallgefahr. Laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) kamen im meteorologischen Sommer 2025 auf Österreichs Straßen 144 Menschen ums Leben, 16.298 wurden verletzt. Damit verunglückten im Sommer im Schnitt 65 Prozent mehr Menschen tödlich im Straßenverkehr als in den übrigen Monaten. Auch in der Freizeit nehmen Unfälle im Sommer deutlich zu. Beim Baden, in Schwimm-bädern oder beim Bergsport kommt es vermehrt zu Verletzungen. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) ertrinken in Österreich jährlich rund 42 Menschen, zusätzlich müssen etwa 4100 Personen nach Schwimmbadunfällen im Spital behandelt werden.
Insgesamt rechnen Sicherheitsorganisationen und Versicherungen in den Sommermonaten mit zehntausenden Freizeit- und Sportunfällen. GRAWE Generaldirektor Klaus Scheitegel, Vorsitzender der Vereinigung Österreichischer Länderversicherer, dazu: „Hohe Temperaturen belasten den Körper und wirken sich auf Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit aus. Viele Menschen schlafen schlechter, sind müder und schneller gereizt – dadurch steigt auch das Risiko für Fahrfehler im Straßenverkehr. Gleichzeitig kommt es in den Sommermonaten häufiger zu Unfällen beim Baden oder bei Freizeitaktivitäten.“
Wachsende Waldbrandgefahr
Neben den steigenden Unfallrisiken in den Sommermonaten beschäftigten sich die Teilnehmer auch mit zunehmenden Dürreperioden und der wachsenden Waldbrandgefahr. Längere Hitzephasen und Trockenheit entwickeln sich zunehmend zu relevanten Naturgefahren mit Auswirkungen auf Landwirtschaft, Infrastruktur und Wirtschaft. Jürgen Hartinger, Vorstandsvorsitzender der Kärntner Landesversicherung und Gastgeber der diesjährigen VÖL-Vorständetagung, sagte: „Als Länderversicherer sehen wir es als unsere Verantwortung, nicht nur im Schadenfall rasch und verlässlich zu helfen, sondern auch das Bewusstsein für Risiken zu stärken. Gerade angesichts zunehmender Hitzeperioden, steigender Unfallrisiken in den Sommermonaten sowie Naturgefahren wie Dürre und Waldbrand braucht es einen offenen Dialog darüber, wie wir Menschen bestmöglich absichern können.“ Ebenso wichtig sind fundierte Daten und wissenschaftliche Grundlagen, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und Risiken realistisch einzuschätzen.