Kleine Wasserversorger mit großer Wirkung

von Karl Brodschneider

Die Steiermark hat Hunderte kleine Wasserversorger. Diese bilden vielerorts die Grundlage der lokalen Trinkwasserversorgung und versorgen etwa zwölf Prozent der Haushalte mit dem kostbaren Nass.

 

In der Steiermark leisten neben Gemeinden und großen Wasserverbänden vor allem zahlreiche kleinere Wasserversorger einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung – insbesondere in ländlichen und abgelegeneren Regionen. Aktuell gibt es in der Steiermark rund 550 Wassergenossenschaften als Körperschaften öffentlichen Rechts sowie etwa 340 privatrechtlich organisierte Wassergemeinschaften. Insgesamt existieren damit rund 890 kleine Wasserversorger, die vielerorts die Grundlage der lokalen Trinkwasserversorgung bilden.

Besonders hoch ist die Zahl kleiner Wasserversorger in den ländlich geprägten Regionen der Steiermark. So entfallen etwa 270 Einrichtungen auf die Region Oststeiermark, rund 220 auf den Bezirk Liezen, jeweils etwa 120 auf die Obersteiermark West sowie auf den steirischen Zentralraum. 

Oft historisch bedingt

Kleine Wasserversorger sind grundsätzlich Einrichtungen mit einer durchschnittlichen täglichen Trinkwasserabgabemenge von weniger als 100 Kubikmetern oder Organisationen in Form von Wassergenossenschaften und Wassergemeinschaften. Häufig entstanden diese Strukturen historisch in Randlagen von Gemeinden oder in abgelegenen Siedlungsgebieten, wo eine zentrale Versorgung nur schwer umzusetzen war. In einzelnen Fällen übernehmen Wassergenossenschaften und Wassergemeinschaften sogar die vollständige Versorgung ganzer Gemeinden.

Schätzungen zufolge werden derzeit etwa sechs Prozent der steirischen Haushalte von Wassergenossenschaften versorgt. Weitere sechs Prozent beziehen ihr Trinkwasser über Wassergemeinschaften oder Einzelversorgungen. Damit stellen kleinere Versorgungsstrukturen für rund zwölf Prozent der Haushalte eine zentrale Grundlage der täglichen Trinkwasserversorgung dar.

Wasserverbände

Insgesamt ist die steirische Trinkwasserversorgung breit aufgestellt. Neben den kleinen Versorgern betreiben 265 Gemeinden eine eigene Wasserversorgung, darunter elf Gesellschaften und Stadtwerke. Zusätzlich gibt es 22 Wasserverbände, die teilweise als Fernversorger tätig sind. Zu den großen regionalen Akteuren zählen unter anderem die Leibnitzerfeld Wasserversorgung GmbH, der Wasserverband Umland Graz, der Zentralwasserverband Hochschwab Süd, die Wasserversorgung Vulkanland sowie der Wasserverband Aichfeld-Murboden. Auch zahlreiche kommunale Versorgungsunternehmen wie die Holding Graz sowie Stadtwerke in Judenburg, Knittelfeld, Leoben, Bruck an der Mur, Kapfenberg, Trofaiach, Weiz, Gleisdorf oder Voitsberg tragen wesentlich zur sicheren Versorgung bei.

„Unsere zahlreichen kleinen Wassergenossenschaften und Wassergemeinschaften leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur sicheren Trinkwasserversorgung in der Steiermark. Mit gezielten Schulungen und Weiterbildungsangeboten, die vom Land Steiermark gefördert werden, sorgen wir dafür, dass auch diese wichtigen regionalen Strukturen dauerhaft auf einem hohen Qualitätsniveau arbeiten können”, betont Simone Schmiedtbauer, Landesrätin für Wasserwirtschaft.

 

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