Sie zählt zu den besonderen Spezialitäten und darf nahezu bei keiner Buschenschankjause fehlen: die steirische Käferbohne. Auf insgesamt 630 Hektar wurden im Vorjahr Käferbohnen angebaut. Nach einem sehr enttäuschenden Erntejahr 2024 haben auch 2025 ungewöhnlich frühe Frostnächte Anfang Oktober keine großen Erträge zugelassen. Und genau diese Wetterkapriolen haben zu einer dramatischen Entwicklung geführt. Da die heimischen Produzenten den Bedarf nicht mehr decken konnten, hat der Handel reagiert und auf Importware umgestellt. Diese Lücke wurde vor allem von China geschlossen, wo die Ernten zuletzt stabil ausfielen.
Produktion in Gefahr
Für Alwera-Vorstand Andreas Cretnik ist dies eine Katastrophe: „Wenn sich dieser Trend fortsetzt, riskieren wir, die steirische Käferbohne langfristig zu verlieren.“ Schon jetzt sei nur mehr ein Bruchteil der angebotenen Käferbohnen tatsächlich aus der Steiermark. „Mittlerweile stammen 80 bis 90 Prozent der Käferbohnen aus China. Aus der Steiermark kommt nur mehr ein einstelliger Prozentanteil“, schätzt Cretnik die Situation bereits als hochkritisch ein. Dass der Handel in Folge ertragsschwacher Jahre mit ausländischen Produkten kompensieren musste, sei für ihn grundsätzlich nachvollziehbar, aber: „Es muss möglich sein, diesen Zustand wieder zu korrigieren.“ Auch Michael Stelzl vom Hygienicum Graz warnt aus gesundheitlicher Sicht vor dieser Importware: „In Einzelfällen können erhöhte Schwermetallwerte – wie etwa Cadmium – auftreten.“
Heimische Ware den Vorzug geben
Käferbohnen-Landwirt Helmut Schwab aus Oberdorf in der Oststeiermark, der eine Fläche von 15 Hektar bewirtschaftet, sagt dazu: „Die Käferbohne ist eine echte Diva. Sie braucht ideale Bedingungen – zu viel Hitze, zu wenig Wasser oder der falsche Zeitpunkt bei der Blüte können die Ernte massiv beeinträchtigen. Das schlechte Wetter hat in der letzten Jahren dazu geführt, dass der Handel auf chinesische Importe setzen musste“, zeigt auch der Landwirt Verständnis. Allerdings sei nun die Zeit gekommen, wieder heimischen Produkte den Vorzug zu geben: „Das hilft den Bauern – und ganz ehrlich: Die steirische Käferbohne schmeckt auch deutlich besser“, ist sich Schwab sicher. Sein Appell: Konsumenten sollten bewusst auf die Herkunft achten und „gegebenenfalls auch nachfragen, woher die Käferbohnen tatsächlich kommen“, so Schwab. Ein Hinweis darauf ist die Kennzeichnung: Nur Produkte mit der geschützten Ursprungsbezeichnung tragen die entsprechende Banderole mit steirischem Panther und EU-Siegel. Heißt konkret: Nur die Bezeichnung „Steirische Käferbohne g.U.“ (steht für „geschützte Ursprungsbezeichnung“) garantiert heimische Herkunft. Anderenfalls stammt die Ware meist aus dem Ausland – mit hoher Wahrscheinlichkeit aus China.