Im Grottenhof schlüpfen Schüler in die Lehrerrolle

von Karl Brodschneider

Als Landwirtschaftsschule in Graz hat der Grottenhof einen besonderen Bildungsauftrag. Dieser soll mit dem „Tag der offenen Tür“ am 17. Oktober verstärkt werden.

 

Nur noch zwei Wochen sind es bis zum „Tag der offenen Tür“ der Fachschule Grottenhof. „Am 17. Oktober wollen wir herzeigen, was wir haben und was wir können“, gibt Direktor Hannes Sauereger die Linie vor. Es werden alle Maschinen ausgestellt, die im Schulbetrieb eingesetzt werden. Die gesamte Holzwertschöpfungskette wird unter dem Motto „Holzverarbeitung von der Motorsäge bis zur Tischlerei“ dargestellt. Zudem gibt es einen Stationenbetrieb. „Damit wollen wir die Landwirtschaft angreifbar und erlebbar machen“, so Saueregger. Eine Besonderheit ist, dass Schüler in den Klassen in die Rolle der Lehrer schlüpfen und in kurzen Blöcken Unterricht halten. „Das haben wir schon einmal gemacht, und es ist sowohl bei unseren Schülerinnen und Schülern als auch bei den Besuchern sehr gut angekommen“, berichtet der Direktor. Der „Tag der offenen Tür“ beginnt um 10 Uhr und ist auch mit dem Absolvententreffen verbunden.

Schulneubau 2023 eröffnet

Die Fachschule Grottenhof ist die älteste Landwirtschaftsschule der Steiermark. Die Eröffnung des in Holzbauweise ausgeführten Schulneubaus erfolgte im Oktober 2023 und war eine der letzten offiziellen Auftritte des damals aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Landesrats Hans Seitinger. Durch ihre Lage in der steirischen Landeshauptstadt hat der Grottenhof eine besondere Bedeutung. „Es ist unsere Aufgabe, dass wir Landwirtschaft herzeigbar machen. Das bedingt aber die ständige Bereitschaft zu Diskussionen und zur Aufklärung der Konsumenten“, weiß Direktor Saueregger zu erzählen.

Sehr hohe Eigenversorgungsquote

Stolz ist er auf die sehr hohe Eigenversorgungsquote: „70 Prozent der Lebensmittel, die wir in der Küche benötigen, erzeugen wir selbst. Pro Tag geben wir etwa 200 Menüs aus.“ Die beiden ersten Klassen in der dreijährigen Fachschule sind mit 69 Burschen und Mädchen voll gefüllt. Die meisten Schüler kommen aus Graz-Umgebung, Graz und aus der Weststeiermark. „Für uns ist es wichtig, dass wir weiterhin eine Schule sind, wo künftige Hofübernehmerinnen und -übernehmer eine gute Ausbildung erfahren. In der Stundentafel und im Unterricht unterscheiden wir uns nicht von anderen Landwirtschaftsschulen. Allerdings wird unser Schulbetrieb schon seit dem Jahr 1988 nach den Richtlinien des biologischen Landbaus geführt“, informiert der Direktor.

Schulbetrieb

Der Grottenhof umfasst 61 Hektar Ackerland, 67 Hektar Grünland, 161 Hektar Wald, 47 Hektar Almweiden und einen Hektar Streuobstwiesen. Der Kompoststall mit rund 40 Kühen ist von einer eigenen Besucherplattform rund um die Uhr erlebbar. Im neuen Schulgebäude befindet sich auch ein großer Bio-Hofladen. 

 

 

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