Hilfe bei Blasenschwäche

Harninkontinenz zählt zu den häufigsten Volkskrankheiten und bleibt dennoch ein Tabuthema. Die Welt-Kontinenz-Woche baut Hemmschwellen ab.

von NEUES LAND

Die Beschwerden einer Harninkontinenz sind vielfältig: Manche verlieren Urin beim Heben, Husten oder sogar Lachen, ohne vorher Harndrang zu spüren. Bei anderen ist der Drang so groß, dass sie ständig zur Toilette müssen und es manchmal nicht mehr rechtzeitig schaffen. Oft tritt beides zugleich auf. In jedem Fall ist der Leidensdruck enorm. Aus Scham, Unsicherheit oder fehlender Information bleibt Inkontinenz oft unbehandelt, obwohl wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Welt-Kontinenz-Woche von 15. bis 21. Juni setzt ein Zeichen für mehr Aufklärung.

Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Im Mittelpunkt stehen Informationen zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten, praktische Alltagstipps sowie der offene Austausch mit Experten. Die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) engagiert sich seit 36 Jahren für Menschen mit Blasen- und anderen Beckenbodenproblemen, sie vereint österreichweit spezialisierte Ärzte, Pflegefachkräfte und Physiotherapeuten. „Viele Betroffene glauben, sie müssten mit ihrer Blasenschwäche leben oder schämen sich, darüber zu sprechen. Dabei gibt es heute zahlreiche wirksame Therapien. Unser Ziel ist es, Menschen zu informieren, Hemmschwellen abzubauen und zu zeigen: Niemand muss mit diesem Problem allein bleiben und es gibt Hilfe“, betont Urologe und MKÖ-Vizepräsident Michael Rutkowski.

Rat & Tat für die Blase

Unter dem Titel „Harninkontinenz verstehen, behandeln und den Alltag meistern“ informieren Rutkowski und Barbara Gödl-Purrer, Physiotherapeutin und Koordinatorin der MKÖ-Landesstelle Steiermark, im Webinar „Rat & Tat für die Blase!“ am 17. Juni um 19 Uhr verständlich und praxisnah über Ursachen, die häufigsten Formen und moderne Behandlungsmöglichkeiten (Teilnahme: www.meinmed.at/). Ergänzend werden physiotherapeutische Ansätze und alltagstaugliche Tipps vorgestellt, die Betroffene und Angehörige im täglichen Leben unterstützen.

Auch das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Graz stellt sich vor. Am 15. Juni von 15 bis 17 Uhr (Raum HS E2, Hörsaalzentrum, MedUni Graz) stehen Themen wie urologische Probleme bei Kindern und Jugendlichen, Beckenbodeninsuffizienz bei Frauen, Physiotherapie, Harninkontinenz bei Männern, psychologische Unterstützung, Stuhlinkontinenz, Stomatherapie und Ernährungsberatung auf dem Programm (Anmeldung: ukbz@uniklinikum.kages.at).

Informationen: www.kontinenzgesellschaft.at

 

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