Die Caritas startete ihre Haussammlung. Bis Ende Mai sammeln Hunderte Ehrenamtliche Spenden, um die Not der Menschen in der Steiermark lindern zu helfen.
Die Haussammlung der Caritas Steiermark feiert heuer ihr 75-jähriges Bestehen. Was 1951 als Reaktion auf massive Not in der Nachkriegszeit begonnen hat, ist heute die größte Solidaritätsaktion im Land. Zwischen 1500 und 2000 Personen gehen in ihren Pfarren von Haus zu Haus und bitten um Spenden für Menschen in akuten Notsituationen. Sie machen das alles ehrenamtlich und üben eine sehr wichtige Tätigkeit aus. Sie können Verständnis schaffen und Informationen weitergeben, die das Gegenüber nie zu hören bekommt. Sie lernen vielleicht auch Menschen kennen, die selbst in Bedrängnis sind und eine schwierige Lebenssituation zu meistern haben. Das Sammeln ist anstrengend, kann aber durch die Begegnung mit anderen Menschen das eigene Leben bereichern und neue Blickwinkel schaffen.
Für Menschen in Not
Im Vorjahr kamen bei der Haussammlung insgesamt 610.000 Euro zusammen. Deswegen wird diese Aktion der Caritas auch als die wichtigste Sammlung für die Inlandshilfe bezeichnet. Der gesamte Erlös kommt Menschen in Not in der Steiermark zugute. Das sind nicht nur solche, welche die Wohnungs-, Heizungs- und Essenskosten kaum bezahlen können, sondern auch solche, die verschiedene Hilfseinrichtungen der Caritas Steiermark aufsuchen. Zum Beispiel die Beratungsstelle zur Existenzsicherung, verschiedene Notschlafstellen, das Marienstüberl oder die Bahnhofsmission. Dass sich noch etliche weitere solche Hilfsprojekte aufzählen ließen, ist ein Hinweis darauf, dass die Armut auch bei uns allgegenwärtig ist.
Das Wir hat Lücken
Caritas-Direktorin Nora Tödling-Musenbichler erklärt: „Als die Caritas mit der Haussammlung begonnen hat, war die Not noch überall zu spüren. Heute leben wir in großem Wohlstand und Sicherheit. Doch dieses Wir hat Lücken. Die Caritas erlebt das täglich in ihren Beratungsstellen und Nothilfe-Einrichtungen.“
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