Die Nieren sind viel mehr als „nur“ Harnproduzentinnen. Wie man die wichtigen Filterorgane des Körpers möglichst lange gesund hält.
Die Nieren bestehen aus circa zwei Millionen Filtereinheiten. Sie filtern das vom Herzen kommende Blut und nehmen wichtige Stoffe wie Elektrolyte oder Wasser nach Bedarf wieder in den Blutkreislauf auf, während Giftstoffe und Stoffwechsel-Endprodukte über den Harn ausgeschieden werden. So ist die Niere nicht nur für die Entgiftung des Körpers wichtig, sondern trägt auch dazu bei, dass der Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers im Gleichgewicht bleibt. Außerdem produziert die Niere Renin, das den Blutdruck erhöhen kann.
Erkrankungen
Die chronische Nierenerkrankung, auch CKD genannt, ist häufig. Jeder zehnte Mensch leidet an einer eingeschränkten Nierenfunktion. Häufige Ursachen sind langjähriger Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder eine vorbestehende Herz-Kreislauf-Erkrankung. Kathrin Eller und Katharina Artinger von der Med Uni Graz forschen seit Jahren intensiv an immunvermittelten Nierenerkrankungen. Dies sind Erkrankungen, bei denen das körpereigene Immunsystem Gewebe der Niere angreift, schädigt oder gar zerstört.
Einer der wichtigsten Aspekte der Nierengesundheit ist der Blutdruck: Ein dauerhaft hoher Blutdruck kann das Organ schädigen – besonders, wenn noch weitere Risikofaktoren wie hohe Cholesterinwerte, Diabetes oder zusätzliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestehen. Sport und körperliche Aktivität können dabei helfen, den Blutdruck und das Diabetesrisiko zu senken, und tun den Nieren auf Dauer etwas Gutes.
Ausgewogene Ernährung ist wichtig
Eine ausgewogene Ernährung kann die Risiken ebenso senken. Zudem sollte auf die Salzzufuhr geachtet werden, fünf bis sechs Gramm (etwa ein Teelöffel) sollte das Maximum pro Tag sein. Zudem sollte ausreichend getrunken werden. Eine Tageszufuhr von 1,5 bis 2 Liter ist ausreichend. Eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr kann die Nieren auch schädigen und den Elektrolythaushalt entgleiten lassen. Die unkontrollierte und dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac kann sich ebenso schädlich auf die Nieren auswirken wie Rauchen.
Die Niere leidet „leise“. Symptome wie Wasser in den Beinen oder Übelkeit treten häufig auf, wenn die Nierenfunktion bereits stark eingeschränkt ist. Empfohlen wird daher eine regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte und der Eiweißausscheidung über den Harn, gerade bei entsprechenden Risikofaktoren.