Von magerem Grünland bis zum Großbrand bei Eisbach-Rein: Die Folgen der ausbleibenden Niederschläge treffen die Land- und Forstwirte in der Steiermark mit voller Wucht.
Die Böden springen auf, das Gras wächst spärlich, in den Wäldern knistert es gefährlich trocken: Die anhaltende Trockenheit im Frühjahr des heurigen Jahres stellt die Land- und Forstwirtschaft in der Steiermark vor große Herausforderungen. Was sonst als Wachstumsstart in die Saison gilt, entwickelt sich heuer zunehmend zur Belastungsprobe. Nach einem niederschlagsarmen Winter fehlt vielerorts das Wasser im Boden.
Besonders dramatisch zeigt sich die Lage derzeit im Forst. Die Wälder sind vielerorts „extrem ausgetrocknet“, warnen Experten. Schon ein kleiner Funke kann schwerwiegende Brände auslösen. Die aktuelle Situation spitzt sich im Großraum Graz zu. In Eisbach-Rein kämpften zuletzt rund 250 Einsatzkräfte gegen einen großflächigen Waldbrand. Das Feuer breitete sich auf bis zu 70 Hektar aus.
Danke an Einsatzkräfte
Landesrätin Simone Schmiedtbauer unterstreicht die enorme Leistung der Einsatzkräfte bei einem Lokalaugenschein: „Der Waldbrand am Mühlbachkogel zeigt eindrücklich, wie herausfordernd derartige Einsätze in unwegsamem Gelände sein können. Umso beeindruckender sind die Professionalität und Ausdauer, mit der hier gearbeitet wird. Die Feuerwehren sowie alle beteiligten Einsatzorganisationen setzen gemeinsam alles daran, eine weitere Ausbreitung zu verhindern und das Brandgeschehen einzudämmen. Ihnen allen gebührt großer Dank und höchste Anerkennung.” Die Kombination aus Trockenheit, Wind und schwer zugänglichem Gelände erschwert die Löscharbeiten massiv. Gleichzeitig steigt die Gefahr weiterer Brände, da größere Niederschläge derzeit nicht in Sicht sind.
Auch die Landwirtschaftskammer Steiermark warnt vor anhaltend akuter Waldbrandgefahr. LK-Präsident Andreas Steinegger dazu: „Wald, der von mehreren Generationen nachhaltig gepflegt wird, kann im Nu zerstört sein. Die Existenzgrundlage der Waldbesitzer steht auf dem Spiel, der Lebensraum für einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt wird zerstört.“ Er appelliert an die Bevölkerung in Waldgebieten oder deren Randzonen höchste Vorsicht walten zu lassen, um mögliche Brandquellen zu vermeiden. Rund 85 Prozent aller Waldbrände in Österreich werden direkt oder indirekt durch den Menschen verursacht.