Ein herber Rückschlag

In seiner Glosse „Aufgegabelt“ nimmt Bauernbund-Direktor Bernd Brodtrager zu aktuellen Themen Stellung.

von Bernd Brodtrager

Wieder gab es nach der Hoffnung auf einen steigenden Preis in der Schweinewirtschaft mit der Absenkung von zwölf Cent einen herben Rückschlag. Etwas über eineinhalb Euro für ein Kilogramm Qualitätsschweinefleisch von einem familiengeführten Betrieb ist für eine perspektivenreiche Zukunft auf lange Sicht zu wenig. Während die Exporte von Innereien, Haxl und Co. in Drittstaaten stocken, werden wir vor allem von spanischen Agrarkonzernen mit Edelteilen im eigenen Binnenmarkt überflutet, da nach dem ASP-Ausbruch in der Region Barcelona asiatische Länder die Importe Ende 2025 stoppten. Es ist aus wirtschaftlichen und nachhaltigen Gründen wichtig, das sogenannte fünfte Viertel der Schweine gut zu verwerten. Länder wie Mexiko oder Vietnam würden hier großes Potenzial bieten. Wenn allein der Schweinemagen um rund drei Euro pro Kilogramm in Südamerika vermarktet werden könnte (aktuell um 50 Cent für Tierfutter), würde das einen Preisanstieg von rund zwei Cent bei den Bauern ausmachen können.

EU-intern muss sich aber mehr bewegen. Wir brauchen in Europa weniger Schweine. Warum soll Europa durch Länder wie Spanien oder Dänemark der große Exporteur von Edelteilen in Drittstaaten sein? Die langfristige Perspektive müsste doch sein, unseren Binnenmarkt mit Qualitätsfleisch krisensicher zu machen und einheitliche EU-Standards einzuführen, die auch Familienbetrieben wie jenen in Österreich ein faires Einkommen ermöglichen. Sonst ist der „Feinkostladen Europas“ nicht mehr zu halten. Es muss auch der Wirtschaft bewusst sein, dass dann dahinterstehende Wertschöpfungsketten verloren gehen – vom Maschinenkauf über Bautätigkeiten bis hin zur Fleischverarbeitung und Verpackung. Und dann würde die Wertschöpfungskette mit Steuereinnahmen in Österreich erst damit beginnen, wenn die Supermarkt-Angestellten das fertige Fleischpackerl in das Regal räumen. Alles dahinter war einmal.

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