Dieser Steirer leitet die Fleckviehzucht Österreichs

von NEUES LAND

Rund 75 Prozent des Rinderbestandes in Österreich sind Fleckviehtiere. Der oststeirische Landwirt Reinhard Pfleger ist Geschäftsführer von Fleckvieh Österreich und somit für die Zucht verantwortlich. Eine Reportage von Anita Galler.

Dass Tierhaltung Wertschöpfung für landwirtschaftliche Betriebe schafft, ist unumstritten. Eine kürzlich präsentierte Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts im Auftrag der Nachhaltigen Tierhaltung Österreich zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Nutztierhaltung in Österreich unterstreicht dies. Denn die Ergebnisse zeigen: Die Tierhaltung ist eine tragende Säule der heimischen Wirtschaft, stabilisiert die Lebensmittelpreise und ist entscheidend für die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln.

Gerade dabei kommt der Rinderhaltung eine große Bedeutung zu und somit auch der Rasse Fleckvieh. Mit einem Rassenanteil von rund 75 Prozent ist Österreich – bezogen auf den Gesamtrinderbestand – das fleckviehreichste Land der Welt. Fleckvieh aus Österreich steht für traditionsreiche Zuchtkompetenz auf Basis des bäuerlichen Familienbetriebs mit Leistungsstärke und Nachhaltigkeit. Somit kommt auch dem Verein Fleckvieh Austria als Interessensvertretung der österreichischen Zuchtorganisationen große Bedeutung zu. Diesem Verein steht seit 2021 Reinhard Pfleger als Geschäftsführer vor.

Bemerkenswerte Laufbahn

Der aktuell 48-jährige Reinhard Pfleger kommt aus Reinberg bei Vorau und ist aktiver Landwirt mit Schwerpunkt Jungrinderaufzucht. Er absolvierte die Höhere Bundeslehranstalt für Landwirtschaft Raumberg – Gumpenstein. Sein beruflicher Werdegang begann bei der Landwirtschaftskammer Steiermark als Zuchtberater. Danach wurde er Geschäftsführer der Rinderzucht Steiermark. Im Jahr 2021 wurde Reinhard Pfleger Geschäftsführer von Fleckvieh Austria.

Reinhard Pfleger

Reinhard Pfleger ist Geschäftsführer von Fleckvieh Austria.
[© Galler]

Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Koordination des nationalen Zuchtprogramms, der strategischen Weiterentwicklung der Rasse und der internationalen Positionierung der Marke „Fleckvieh aus Österreich“. Das Zuchtziel der Rasse Fleckvieh ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch betrachtet ausgewogen. Die Gewichte im Gesamtzuchtwert mit 38 Prozent Milch, 18 Prozent Fleisch und 44 Prozent Fitness verdeutlichen, dass der größte Schwerpunkt im Bereich Fitness liegt. „Damit stehen ein gesundes, langlebiges Kuhleben und eine wirtschaftlich nachhaltige Produktion im Zentrum unserer Überlegungen“, so Reinhard Pfleger.

Sehr gefragt

Aktuell wird Fleckviehgenetik aus Österreich in Form von hochwertigen Zuchtrindern in rund zehn Länder exportiert. Weltweit schätzen Kunden aus über 50 Ländern auf allen Kontinenten die Qualität der Fleckviehgenetik aus Österreich, die in Form von Samen und Embryonen exportiert wird. „Die Bauern nutzen diese, um ihre Rinderbestände genetisch in Reinzucht und Kreuzung zu verbessern“, beschreibt Pfleger die Vorzüge der Fleckviehrasse abschließend.

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