Innovative Zahnmedizinforschung an der Med Uni Graz: Beste Nachwuchsarbeit des Jahres und WKO Forschungsstipendium für Laurissa Skorianz.
Zahnmedizinstudentin Laurissa Katharina Fee Skorianz erhielt im Rahmen der Verleihung der WKO-Forschungsstipendien den Sonderpreis für die beste Nachwuchsarbeit des Jahres . In ihrer Diplomarbeit beschäftigt sich die Zahnmedizinerin mit einem hochaktuellen Thema: Alternativen zu dentalem Amalgam. Dieses ist ein seit über 150 Jahren verwendetes Füllungsmaterial, das aus einer Mischung von metallischem Quecksilber und einer Legierung aus Silber, Zinn, Kupfer und weiteren Metallen besteht. Aufgrund seiner hohen Haltbarkeit, guten Formbarkeit und vergleichsweise niedrigen Kosten galt Amalgam lange Zeit als Standardmaterial für Zahnfüllungen – insbesondere im Seitenzahnbereich.
Gesundheitsschädliche Füllung
Trotz dieser Vorteile wurde die Verwendung zunehmend kritisch bewertet. Der Hauptgrund dafür ist das enthaltene elementare Quecksilber, das potenziell gesundheitsschädlich sein kann und Umweltprobleme verursacht. Aus diesem Grund wurde die Anwendung von Amalgam in vielen Ländern zunehmend eingeschränkt – mit einem vollständigen Verbot in der Europäischen Union seit 2025. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Erforschung und Entwicklung quecksilberfreier Alternativen – etwa Komposite, Glasionomere, Alkasite oder glasfaserverstärkte Materialien – zunehmend an Bedeutung.
Diplomarbeit
Die Grundlage der Diplomarbeit bildete eine wissenschaftliche Studie, deren Ziel es war, quecksilberfreie Füllungsmaterialien hinsichtlich ihrer Abriebfestigkeit zu vergleichen. „Die Idee zu meiner Arbeit entstand 2023 in einem Gespräch mit Alexander Behlau. Wir sprachen über das mögliche Verbot von Amalgam – ein Thema, das bereits zu diesem Zeitpunkt in der Zahnmedizin intensiv diskutiert wurde. Daraus entwickelte sich der Plan, potenzielle Alternativen zu untersuchen. Anfang 2025 trat das dentale Amalgamverbot in Kraft, was der Arbeit zusätzliche Aktualität verlieh“, so Skorianz.
Der Direktbetreuer der Arbeit, Alexander Behlau, fasst die Erkenntnisse der Studie zusammen: „Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass sich bereits in kurzer Zeit Aussagen zur Haltbarkeit von Amalgamalternativen treffen lassen. Auch wenn die Unterschiede zwischen den Materialien oft nur wenige Millimeter betragen, haben sie eine erstaunlich große Wirkung.“
[© Med Uni Graz]