Die steirischen Edelbrand-Spezialisten

von Karl Brodschneider

Bei der Edelbrand-Landesprämierung der steirischen Landwirtschaftskammer gab es einen Dreifach-Landessieger, zwei Doppel-Landessieger und weitere 17 Single-Landessieger.

 

Die Edelbrand-Herstellung ist für viele steirische Obstbauern ein wachsende Standbein, teilweise ist sie sogar schon zur Haupteinnahmequelle geworden. „Viele Obstbaubetriebe können dadurch weitergeführt werden“, sagt Herbert Muster, Leiter des Obstbaureferats der Landwirtschaftskammer. Das zeigt sich auch im großen Run auf die Landesprämierung. Im heurigen Jahr haben 108 Obstveredelungsbetriebe 511 Proben eingereicht. „Insgesamt wurden in 24 Kategorien die allerbesten der besten Edelbrände, Spirituosen und Liköre mit dem Titel Landessieger 2026 ausgezeichnet“, erklärt Verkostungschef Georg Thünauer.

Quittenbrand

Der Dreifach-Landessieger Günter Peer aus Leitring brillierte mit seinem Quitten-, Himbeer- und Vogelbeerbrand. Jeweils über zwei Landessiege dürfen sich Barbara Hainzl-Jauk aus Frauental (Schilchertresterbrand, Schilcherlikör) sowie Josef Kolar aus Großklein (Pfirsichbrand, Zwetschkenbrand im Eichenfass) freuen. Die Mehrfach-Landessieger nehmen heuer auch noch an der Kür zum „Edelbrenner des Jahres 2026“ teil. Diese Prämierung findet voraussichtlich Anfang Mai statt.

Hainzl Jauk

Zweifache Landessiegerin Barbara Hainzl-Jauk mit Verkostungschef Georg Thünauer.

Vollendung in Geschmack und Geruch, Fruchtigkeit, Typizität, Fehlerfreiheit, ein entsprechendes Mundgefühl und perfekte Harmonie sind die alles entscheidenden Kriterien, nach denen die 22-köpfige Fachjury die eingereichten Edelbrände bei einer zweitägigen Blindverkostung testet und beurteilt. Bewertet wird im 20 Punkte Schema, wobei zumindest 16 von 20 möglichen Punkten erreicht werden müssen, um überhaupt eine Prämierung zu erhalten. Nur die allerbesten Produkte ziehen ins Finale ein, wo im Knockout-Verfahren die Sieger ermittelt werden.

Josef und Renate Kolar mit Verkostungschef Georg Thünauer (links).

Einzelsieger

Die 17 Einzel-Landessieger sind der Bio-Obsthof Kirchengast aus Riegersburg (Zirbenlikör), die Destillerie Hochstrasser GmbH & Co KG aus Mooskirchen (Kirschfruchtsaftlikör), der Erlebnishof Reczek aus Wundschuh (Kürbiskernlikör), die Familie Helmut Alessio aus Bad Gleichenberg (Maschansker Apfelbrand), Ing. Harald Ertl aus Greinbach (Hirschbirnenbrand), Familie Krenn von der Krenac Edelbrennerei (Apfelbrand im Kastanienfass), das Landesgut Silberberg aus Leibnitz (Muskateller Tresterbrand), Sophie und Thomas Mitteregger vom Girnerhof in Mautern (Williamsbrand im Eichenfass), Julia und Michael vom Mostgut Kuchlbauer aus Vorau (Apfelwermut), Daniel Resch von Obstveredelung Resch vulgo Kaiser aus Groß St. Florian (Apfelbrand), das Weingut Malli aus Kitzeck (Zigarrenbrand X10), Gerald Schober aus Arnfels (Kriecherlbrand), Thomas Schuster von Schuster´s Edelbrände (Kirsch Edelbrand), Gertrude und Franz Semlitsch von den Semlitsch Naturprodukten (Williamsbrand), das Wein.Gut.Pugl aus Großklein (Zwetschkenbrand), das Weingut Felberjörgl aus Kitzeck (Weinbrand) sowie das Weingut Glirsch, Familie Krottmayer aus Eibiswald (Marillenbrand).

„Die Dominanz der begehrten Edelbrände aus Kernobst wie Äpfeln, Birnen, Quitten und Steinobst wie Marillen, Kirschen, Zwetschken und dem traditionellen steirischen Kriecherl ist nach wie vor ungebrochen. Als spannende Nischen haben sich in den vergangenen Jahren auch alkoholärmere Liköre, vor allem aber in Holz gereifte Brände etabliert – die oft wesentlich kräftiger und dichter sind als der klassische klare Fruchtbrand“, sagt Thünauer.

Auszeichnungsplakette

Die prämierten Obstveredler dürfen ihre erlesenen Produkte mit der runden Auszeichnungsplakette „Landessieger 2026“, „Gold bei der Landesbewertung 2026“ oder „Ausgezeichnet bei der Landesbewertung 2026“ kennzeichnen. Außerdem erhalten die Landessieger eine goldene Hoftafel mit der Aufschrift „Landessieger 2026“ und alle prämierten Betriebe die begehrte grüne Hoftafel, die über ihre Leistungen informieren.

 

[© LK/Foto Fischer]

 

 

 

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