Ähnlich wie um den Jahresbeginn klopfen auch zu Mariä Lichtmess Musikanten an die Tür, um die Bevölkerung mit ihren Darbietungen zu erfreuen. Bericht von Josef Fürbass
„Wir kommen her über Berg und Tol, guate Leut’ gibt’s überoll. Wir loben Gott und unsere Frau, was wir wünschen, das stimmt genau.“ Mit diesen gesungenen Zeilen beginnen die Lichtmess-Geiger in den meisten Fällen ihren Besuch. Inhaltlich unterscheiden sich die anschließend vorgetragenen Gstanzeln je nach Überlieferung aber sehr wohl voneinander. Einzelne Strophen werden übernommen, manche abgeändert oder komplett neu getextet.
Glück für Haus und Hof
Eines haben alle Liedtexte, die von den Lichtmessgeigern gesunden werden, gemeinsam: Sie wünschen Glück für Haus und Hof. Von großen Ochsen und fetten Schweinen für den Bauern oder von einem goldenem Herd und reichen Kindersegen für die Bäuerin ist da häufig die Rede. Mitunter entwickeln die Lichtmess-Geiger scheinbar sogar hellseherische Fähigkeiten, wenn sie andeuten: „Obers Haus a liachter Stern, es wird schon bald a Hochzeit werd’n.“ Einen guten Riecher haben sie ebenfalls, denn wie könnten sie sonst zu folgender Feststellung kommen: „Wir haben schon von weitem g’kennt, dass ihr oan Schnaps hobs brennt.“
Brauchtumspflege
In der Vergangenheit sollen mancherorts Dienstleute als Musikanten umher gezogen sein, um das Gute ins Haus und das Unglück zum Fenster hinaus zu wünschen. Damit könnten sie Mitbegründer dieses schönen Brauches sein, der heutzutage zum Glück noch da und dort gepflegt wird. Im Raum Eibiswald, Wies, Bad Schwanberg und Umgebung sind in diesen Tagen auch die „Lichtmess-Geiger aus der Weststeiermark“ zu erleben. Mit Bariton und Steirischer Harmonika umrahmen sie ihre Glückwünsche musikalisch. Sie sind – zusammen mit anderen Gruppen – somit geerdete Botschafter für ein klingendes Stück steirischer Volkskultur, die es zu bewahren gilt!
[© Fürbass]