Die Freyung austragen

von Robert Matzer

Jedes Jahr wird zu Michaeli in Mühlen ein traditionelles Fest mit großem historischen Wert gefeiert.

Schon in den frühen Morgenstunden zieht der Trommler durch den Ort, um auf das bevorstehende Fest hinzuweisen. In ihren historischen Gewändern ist die ansässige Bevölkerung eine richtige Augenweide. Sogar Otto von Silberberg ist zu sehen, der einst im Jahre 1445 für das Marktrecht in Mühlen eingetreten ist. Damit war ein großer Schritt hin zur persönlichen Freiheit der Marktbürger getan, die damit das Recht auf die Abhaltung von Wochen- und Jahresmärkten erhielten. Die „Marktfreyung“ war dabei nicht nur das Recht Märkte abzuhalten, sondern auch ein Zeichen für einen „Sonderfrieden“ während des Marktes. Traditionell wird diese Freyung mit einem Arm und einem Gerichtsschwert dargestellt.

Blumenfest

In Mühlen gedenkt man diesem ehrwürdigen Tag entsprechend mit einem besonderen Blumenfest – alljährlich zu Michaeli, am 29. September, von der Dorfgemeinschaft und den Vereinen organisiert. Angeführt vom „Auskehrweibl“ und von musikalischen Klängen begleitet, zieht der Freyungsträger – auf starken Schultern getragen – durch die Straßen. An einigen Stationen wurden Ständchen gesungen und zahlreiche Blumenbuschen zierten das Fest. Vor dem Bauernmuseum fand es schließlich seinen Höhepunkt. Ob ein Schauschmieden, Schätzspiele oder die Maibaumverlosung – den zahlreichen Besuchern konnte bei richtigem Kaiserwetter so einiges geboten werden.

Beitragsbild: Irene Perchthaler

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