Der älteste Bischof in Österreich wurde neunzig

von Karl Brodschneider

Vor elf Jahren emeritierte Egon Kapellari als Diözsanbischof von Graz-Seckau. Jetzt feierte er im Grazer Priesterseminar seinen 90. Geburtstag.

 

Am 12. Jänner 2026 feiert der emeritierte steirische Diözesanbischof Egon Kapellari seinen 90. Geburtstag im Grazer Priesterseminar. Das Leben von Bischof Egon Kapellari ist gekennzeichnet von Begegnungen. Von unzähligen Begegnungen genau genommen, was bei der 90er-Feier im Grazer Priesterseminar zu erleben war. Viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter waren gekommen, um dem ältesten Bischof Österreichs zum Geburtstag zu gratulieren. Und es gab besondere Geschenke: Eine Sonderausgabe des Magazins „Denken und Glauben“, die sich dem Werk des brillanten Theologen widmet. Und eine päpstliche Gratulationsurkunde, überreicht von Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und Auxiliarbischof Johannes Freitag.

Halb Kärntner, halb Steirer

In seiner kurzen und wie gewohnt geistreichen Ansprache betonte Bischof Egon die Dankbarkeit für das Treffen vieler Menschen im Lauf eines erfüllten Lebens. Und er zählte auch einige Politiker auf, mit denen er eine freundschaftliche Verbundenheit pflegte. Dazu zählte er zum Beispiel Waltraud Klasnic, Franz Voves, Hermann Schützenhöfer und Jörg Haider.

Kapellari im Rollstuhl

Zu seinem 90er konnte der emeritierte Bischof Egon Kapellari viele Glückwünsche entgegennehmen.

„Ich bin zur Hälfte Kärntner, zur Hälfte Steirer“, sagte Kapellari und erinnerte an wichtige Lebensstationen. Der gebürtige Leobener absolvierte in Salzburg und Graz das Theologiestudium und wurde 1961 zum Priester geweiht. Von 1964 bis 1981 war er Hochschulseelsorger in Graz und Leiter des Afro-Asiatischen Instituts. Von 1981 bis 2001 war er Diözesanbischof von Gurk-Klagenfurt und dann 14 Jahre lang Diözesanbischof der Diözese Graz-Seckau. In der Österreichischen Bischofskonferenz war er stellvertretender Vorsitzende und zuständig für Kultur, Europafragen und Medien. Kapellari ist Autor von 22 Büchern. Sein letztes und damit 23. Werk über die „anthropologische Dimension des Humors“ sei beinahe fertig und solle nach seinem Ableben veröffentlicht werden, ließ der Jubilar wissen.

Vom Ich zum Wir

Die Bedeutung der Begegnungen griff der einst von Bischof Egon gefirmte Lukas Weißensteiner auf, Jungpriester und Zelebrant der Festmesse in der Kapelle des Priesterseminars. „Begegnungen lassen uns vom Ich zum Du und vom Du zum Wir kommen“, zitierte er Bischof Egon. Letztendlich sei jede Begegnung immer auch ein Treffen mit dem auferstandenen Christus. Begegnungen mit der Großmutter hätten den Gauben des jungen Egon Kapellari eröffnet, Begegnungen mit dem Religionslehrer hätten diesen Weg geschärft, über den der Vater „not amused“ gewesen sei. Ja, der Humor kam nicht zu kurz bei der Geburtstagsfeier, über der einmal mehr ein Leitwort von Bischof Egon schwebte: „Verstehen Sie mich nicht zu schnell.“ Jede Begegnung mit Bischof Egon wirkt nach, auch heute noch. Dafür und für die umsichtige Sorge um die anvertrauten Menschen dürfen wir dankbar sein, so Lukas Weißensteiner.

 

[© Diözese Graz Seckau]

 

 

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Herbert Hafner 16. Januar 2026 - 14:05

Sehr geehrte Damen und Herren,
Dr. Egon Kapellari (Jg. 1936) ist der drittälteste Bischof Österreich, nach Maximilian Aichern OSB (Jg. 1932) und Dr. Paul Iby (Jg. 1935).
Mit herzlichem Gruß
Herbert Hafner

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