Ausdauertraining und Kraftsport, mehrmals wöchentlich durchgeführt, können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und auch einige Krebsarten vermindern. Um die Heilungschancen von Lungenkrebs zu verbessern – bei Männern die häufigste und bei Frauen die zweithäufigste Krebstodesursache – wird intensiv an dieser Erkrankung geforscht. Elisabeth Taucher von der Klinischen Abteilung für Pulmonologie der Med Uni Graz untersucht, wie sich körperliches Training auf den Verlauf der Tumorerkrankung auswirkt.
Die derzeitige Datenlage weist klar darauf hin, dass die körpereigene Immunantwort gegen den Tumor durch richtig dosierte körperliche Belastung optimiert wird. So gibt es eine begleitende Trainingstherapie in anderen Ländern bereits als routinemäßige Ergänzung der Krebstherapie. In Österreich sind die positiven Effekte von Sport bei einer diagnostizierten Krebserkrankung allerdings noch wenig bekannt.
Eigenes Projekt
„Tumorzellen werden durch das körpereigene Immunsystem bekämpft. Jedoch entwickeln Tumorzellen Mechanismen, diesem Angriff durch die körpereigene Immunantwort zu entgehen. Sport und Training haben nachweislich einen Effekt auf das Immunsystem. Es kommt beispielsweise nach einer körperlichen Belastung zu messbaren Anstiegen der Zytokin-Werte im Blut“, erklärt Taucher den Mechanismus, den die Studie untersucht. In einem Projekt wird der Effekt einer medizinisch und sportwissenschaftlich begleiteten zwölfwöchigen Trainingstherapie bei Patienten und Patienten erforscht, die an Lungenkrebs leiden.
Krebsriskio reduzieren
„Daten aus der Literatur zeigen klar, dass das Risiko, an Krebs zu erkranken, durch regelmäßiges Ausdauertraining deutlich reduziert wird. Für gewisse Krebsarten wie zum Beispiel Brustkrebs gibt es auch schon deutliche Hinweise, dass der Krankheitsverlauf durch körperliches Training positiv beeinflusst wird. Vor einigen Jahrzehnten hieß es, dass man nach einem Herzinfarkt körperlich nicht mehr belastet werden darf. Heute ist es ganz normal, dass nach einem Herzinfarkt in einer kardiologischen Reha-Einrichtung Sport betrieben wird – dies wirkt sich sogar positiv aus und ist auf keinen Fall gefährlich, wenn im richtigen Maße betrieben“, so Taucher. Eine ähnliche Erkenntnis erhoffen sie und ihr Team sich auch beim Lungenkrebs.