Die Betriebsbesuche bei der Hintsteiner Group in St. Barbara und bei Magna Steyr Aerospace in Graz sowie ein abendliches Treffen mit VP-Funktionären bildeten das Programm beim Steiermark-Tag von Bundeskanzler Christian Stocker.
Am Dienstag besuchte Bundeskanzler Christian Stocker die Steiermark. Im Mittelpunkt des Kanzlerbesuchs standen der Wirtschaftsstandort, steirische Innovationskraft und jene Zukunftsfelder, in denen die Steiermark bereits heute internationale Stärke beweist. Gemeinsam mit LH-Stellvertreterin Manuela Khom und Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer standen Betriebsbesuche bei der Hintsteiner Group im Mürztal sowie bei Magna Steyr Aerospace in Graz auf dem Programm.
Carbon-Leichtbau
Die Hintsteiner Group in St. Barbara im Mürztal hat sich auf Carbon-Leichtbau und Verteidigungstechnologie spezialisiert. Das familiengeführte Unternehmen entwickelt und produziert Carbon-Schutzlösungen und Strukturbauteile für zivile und militärische Anwendungen. Präsentiert wurden unter anderem ballistische Schutzlösungen, Leichtbauanwendungen und eine mobile Werkstatt, um hochsensible Rüstungs- und Zivilschutzgüter direkt beim Kunden im Ausland warten zu können. Im Rahmen eines Investitionspakets von insgesamt 17 Millionen Euro wird das Werk von 2022 bis 2027 kontinuierlich ausgebaut. „Hintsteiner zeigt eindrucksvoll, dass Innovation auch in unseren Regionen daheim ist. Hier entstehen Hightech-Produkte, die international gefragt sind und Arbeitsplätze vor Ort sichern,“ unterstrich Khom.
Wirtschaftslandesrat Ehrenhöfer betonte: „Wir wollen, dass Unternehmen in der Steiermark wachsen können. Die Hintsteiner Group zeigt dies eindrucksvoll. Das 17-Millionen-Euro-Investment am Standort in St. Barbara ist ein starkes Bekenntnis zur Steiermark. Besonders die mobile Werkstatt zeigt unternehmerische Exzellenz. Sie sichert Fachkräfte in der Region und sorgt für internationale Wettbewerbsfähigkeit.“
In einem Pressegespräch in Graz betonten Stocker und Khom, dass es gerade in wirtschaftlich und geopolitisch herausfordernden Zeiten starke Rahmenbedingungen braucht. „Die besten Ideen und die fleißigsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allein reichen nicht. Es braucht auch die passenden Rahmenbedingungen. An einigen Stellschrauben können wir selbst drehen, bei anderen brauchen wir die Bundesebene. Deswegen freut es mich, dass der Bundeskanzler ein offenes Ohr für die Anliegen der Steiermark hat“, so Khom.
2-1-0-Formel
„Wir dürfen uns nicht von Umständen, auf die wir keinen Einfluss haben, beirren oder einschüchtern lassen, sondern wir müssen im eigenen Wirkungsbereich das tun, was möglich ist“, unterstrich Stocker. Er betonte, dass er weiter an seiner 2-1-0-Formel festhalten werde: 2 Prozent Inflation, mindestens 1 Prozent Wirtschaftswachstum und null Toleranz gegenüber jenen, die unsere Gesellschaft gefährden. Im Jänner habe man jede einzelne Zahl erreicht, dann sei der Iran-Krieg ausgebrochen. „Was im Jänner möglich war, wird wieder möglich sein“, so Stocker.
Zentrales Thema des Pressegesprächs war die Verkehrsinfrastruktur. Khom begrüßte das grüne Licht für den dreispurigen Ausbau der A9, mahnte aber Tempo und den Willen zum Ausbau auch im Bereich S36 / S37 ein. Auch weitere Projekte wie der Ausbau der Bahnverbindung Graz–Maribor, die Anbindung an den Hafen Koper sowie eine Bahnhaltestelle beim Flughafen Graz wurden angesprochen. Die angekündigte Senkung der Lohnnebenkosten ist für Khom und Stocker ein wichtiges Signal für Arbeitsmarkt und Wirtschaftsstandort.
Zukunftstechnologie
Den Abschluss des wirtschaftspolitischen Besuchsprogramms bildete ein Betriebsbesuch bei Magna Steyr Aerospace in Graz. Der Bereich steht für steirische Spitzentechnologie in international eingebundenen Zukunftsbranchen wie Luft- und Raumfahrt, Hochdruck- und Kryotechnologie sowie anspruchsvoller System- und Komponentenentwicklung. „Magna Steyr Aerospace zeigt, dass die Steiermark nicht nur ein starkes Industrieland ist, sondern in internationalen Zukunftstechnologien ganz vorne mitspielt. Hier werden Technologien entwickelt und umgesetzt, die weit über unsere Landesgrenzen hinaus Bedeutung haben. Das stärkt den Standort und unser Zukunftsland Steiermark“, so Khom.

Bundeskanzler Christian Stocker am Abend beim Buschenschank Posch mit LAbg. Silvia Karelly, Bauernbund-Obmann Kurt Nestelberger, BB-Direktor Bernd Brodtrager und BB-Bezirksobmann Herbert Lebitsch
Letzter Programmpunkt im Rahmen seines Steiermark-Tages war ein Treffen mit VP-Funktionärinnen und -Funktionären aus der ganzen Steiermark. Dieses Treffen fand im Buschenschank Posch in Pischelsdorf am Kulm statt.
[© VP, BB]