Am 28. Juni finden in der Landeshauptstadt Graz Gemeinderatswahlen statt. Warum ist dieser Urnengang nicht nur für Graz, sondern für die ganze Steiermark so wichtig?
Der 28. Juni ist eine Richtungsentscheidung! Entweder weiter wie bisher mit einer rot-rot-grünen Koalition, die in Kauf nimmt, dass die Stadt in immer mehr Bereichen weiter zurückfällt, oder eine Graz-Politik mit neuen Ideen und einem richtigen Plan, wie es wieder aufwärts geht. Wir müssen uns die Bilanz der Koalition anschauen: Verkehrsprobleme ungelöst. Stadionfrage ungelöst. Innenstadtherausforderungen ungelöst. Kinderbetreuung ungelöst. Unsere Landeshauptstadt war immer der Motor der Steiermark. Wenn sie jetzt in vielen Bereichen zurückfällt, ist das insgesamt auch für die Steiermark schlecht. Deswegen braucht es wieder eine Politik, die nach Lösungen sucht, welche die Stadt wieder nach vorne bringen. Dafür notwendig sind eine Bildungspolitik, die nicht bei den Kindern spart, eine starke Wirtschaft sowie eine Verkehrspolitik, die sich an der Vernunft und nicht an der Ideologie orientiert.
Was kritisieren Sie am meisten an der jetzigen Stadtführung?
Die Leute sind verärgert über die links-linke Koalitionspolitik, weil Politik für einen kleinen Personenkreis und nicht für ganz Graz gemacht wird. Wir haben zum Beispiel jetzt eine Wohnungspolitik für zehn Prozent der Grazerinnen und Grazer, also für jene, die in Gemeindewohnungen wohnen. Es ist unverständlich, dass der Gemeinnützige Wohnbau nicht vom Fleck kommt. Man muss schon schauen, dass man mit dem Land zusammenarbeitet, aber da hat es wenig Kooperationen gegeben. Auch die Innenstadtwirtschaft ist frustriert, weil diese Koalition auf die Wirtschaft in den vergangenen viereinhalb Jahren vergessen hat. Man hat das Wirtschaftsbudget halbiert und die Innenstadt stiefmütterlich behandelt. Gerade eine Bürgermeisterin oder Bürgermeister muss immer der erste City-Manager sein. Wenn Elke Kahr diese Rolle nicht wahrnehmen kann oder will, dann muss man die Rollenverteilung neu vornehmen. Dafür bietet sich der 28. Juni an.
Graz ist auch für seine Bauernmärkte bekannt. Welche Rolle kommt ihnen zu?
Die Bauernmärkte erfreuen sich ganz großer Beliebtheit. Wir verlieren sehr stark an Frequenz in der Innenstadt, während die Frequenz auf den Bauernmärkten zunimmt. Ich bin froh, dass wir noch genügend Beschicker haben.
Und wie schaut es mit der Lebensmittel-Strategie der Stadt Graz aus?
Spätestens seit Covid wissen wir, wie wichtig die Lebensmittelversorgung ist. Deshalb haben wir mit dem Bauernbund und vielen Abteilungen in der Stadt eine Lebensmittel-Strategie erstellt. Leider hat die Koalition es nicht für wert gefunden, die Umsetzungsmittel dafür bereitzustellen. Sollten wir in die Gesamtverantwortung kommen, wollen wir sie umsetzen.
Für Sie ist es die erste Wahl als Spitzenkandidat der ÖVP. Welche Eigenschaften würden Sie sich selbst zuschreiben?
Ich glaube, dass ich gut zuhören kann, dass ich die Argumente sehr genau analysiere und wenn ich einen Entschluss gefasst habe, dann bin ich durchsetzungsstark. Gerade das braucht es jetzt.
Was macht die Stärke Ihres ÖVP-Teams aus?
Ein Politiker ist dann gut, wenn er ganz viele Mitarbeiter hat, die bereit sind, die Extrameile zu gehen. Mein Team ist hoch engagiert und steht mitten im Leben. Viele sind in einer ähnlichen Lebensphase wie ich und haben selbst noch kleine Kinder. Wir wollen, dass unsere Kinder in einer ähnlich guten Stadt mit allen Chancen aufwachsen können, so wie wir sie in unserer Jugend vorgefunden haben.
Wie lautet Ihr Wahlziel?
Unser Ziel ist es, Erster zu werden und die rot-rot-grüne Koalition aufzubrechen. Graz braucht einen Kurswechsel. Dafür trete ich an.