Biomarkt gewinnt weiter an Schwung

von NEUES LAND

In der Steiermark gibt es derzeit 4.025 Biobetriebe, die über 86.000 Hektar biologisch bewirtschaften. Die Nachfrage an Bioprodukten steigt wieder an.

Biolebensmittel sind im österreichischen Handel gefragt. Zu dieser Feststellung kamen LK-Präsident Andreas Steinegger, LR Simone Schmiedtbauer und Bio Ernte Steiermark-Obmann Thomas Gschier im Zuge einer Pressekonferenz in Graz. Nach einem leichten Rückgang liegt nun der wertmäßige Anteil an Bioprodukten im Lebemsmittelhandel wieder bei knapp zwölf Prozent. Der Wert der Bioeinkäufe legte im ersten Halbjahr 2025 somit um 8,4 Prozent zu. „Bei Bio-Rindfleisch übersteigt die Nachfrage das Angebot – neue Betriebe sind gefragt. Auch bei Bio-Eiern, Bio-Geflügel und Bio-Schwein bestehen Wachstumschancen“, sagte Steinegger. Und davon profitiert auch der steirische Bio-Ackerbau. Der steigende Bedarf an Bio-Futtermitteln für die Tiere sorgte für zufriedenstellende Preise bei Futter- und Speisegetreide. Gepaart mit guten Erträgen können die Betriebe auf ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr zurückblicken.

Erfreuliche Entwicklung

Landesrätin Simone Schmiedtbauer ergänzte: „Wir hatten einige Jahre, wo bio rückläufig war. Deshalb freut mich diese Entwicklung umso mehr.“ Insgesamt ist die Steiermark in Sachen bio Vorreiter in Europa und dafür wird auch viel getan. Schmiedtbauer weiter: „Wir investieren sehr viel in Beratung und das landwirtschaftliche Schulwesen, um diesen Bereich ebenfalls bestmöglich zu fördern.“

Für Thomas Gschier, Obmann von Bio Ernte Steiermark, haben diese Betriebe eine unverzichtbare Aufgabe: „Die steirischen Biobetriebe leisten einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz und den Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft. Umso wichtiger ist es, attraktive Rahmenbedingungen für junge Betriebe zu schaffen.“ Denn fast jeder dritte Biobetriebsleiter (28 Prozent) im steirischen Biolandbau ist jünger als 40 Jahre.

Biobauern

Theresa Krautgartner zählt mit ihren 32 Jahren zur Jugend unter den landwirtschaftlichen Betriebsführerinnen. Die Biobäuerin, Unternehmerin und Mutter setzt mit ihrem Mann auf Bio-Putenmast. Die Schlachtung und Verarbeitung erfolgen im eigenen Verarbeitungsbetrieb. Das Sortiment reicht von Frischfleisch bis zu Spezialitäten wie Putenleberkäse oder Hauswürste und richtet sich sowohl an Endverbraucher als auch an Gastronomie und Großkunden. „Wir wollen zeigen, dass hochwertige Fleischprodukte aus artgerechter Haltung möglich sind – und das alles aus einer Hand, ohne lange Transportwege“, erzählt Theresa Krautgartner.

Peter Draxler aus der Südsteiermark geht mit seinem „Hoftofu“ neue Wege. Aus eigenem, gentechnikfreiem Bio-Soja entstehen Naturtofu, geräucherte Varianten und Tofu mit Kürbiskernen. Als Peter den Hof mit 20 Jahren übernahm, war von Tofu aber noch nicht die Rede. Er begann mit der Aufzucht von Schafen, verarbeitete Lammfleisch und stellte Schafkäse her – zur Hochzeit mit 140 Milchschafen, Lämmermast und bis zu zwei Mitarbeitenden. 2022 erfolgt der Kurswechsel. Auf der Suche nach einem Produkt, dass sich handwerklich herstellen und veredeln lässt, stieß er auf die Tofu-Produktion. Mit bestehenden Geräten aus der Milchverarbeitung und dem Knowhow rund ums Räuchern und Würzen ausgestattet, wagte er mit seinem Bruder Thomas den Schritt in ein vollkommen neues Feld. „Tofu ist für uns kein Ersatzprodukt, sondern ein traditionelles Lebensmittel mit langer Geschichte. Wir veredeln Sojabohnen aus eigenem Bio-Anbau – regional, gentechnikfrei und nachhaltig“, erklärt Draxler. Mittlerweile findet man seinen Tofu sowohl in regionalen Buschenschänken, Spezialitätenläden in der Steiermark und in Wien.

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