Die Apfelernte hat in der Steiermark begonnen. Die Erntemenge wird auf 90.000 Tonnen geschätzt. Im Vorjahr waren es 138.000 Tonnen.
Wasserspeicherbecken werden zunehmend die Grundvoraussetzung der künftigen Produktion. „Mit der Bewässerungsförderung haben wir vor zwei Jahren einen wichtigen Schritt gesetzt“, erklärte Landesrätin Simone Schmiedtbauer. „Knapp 200 Betriebe haben seither insgesamt über acht Millionen Euro in Bewässerungssysteme investiert“, zog Schmiedtbauer eine erste Bilanz und kündigte an, auch im kommenden Jahr an der 65-Prozent-Förderung festzuhalten. Derzeit kann ein Drittel der steirischen Apfelanbaufläche bewässert werden.
Viele Sorgen
Wie schwierig die Situation für die heimischen Obstbauern ist, beschreibt Erwerbsobstbauern-Obmann Manfred Kohlfürst: „Stark gestiegene Produktionskosten, die im EU-Vergleich höchsten Lohn- und Lohnnebenkosten für die Arbeitskräfte sowie ein eingeschränktes Pflanzenschutzangebot gegen eingeschleppte invasive Schädlinge belasten neben dem beispiellosen Extremwetter unsere Obstbauern sehr.“ Besorgt zeigte er sich über den anhaltenden Strukturwandel und die vielfach ungelöste Hofnachfolge in zahlreichen Obstbaubetrieben. Kohlfürst betonte, dass die heimischen Obstbauern prioritär für den Heimmarkt produzieren. Sie erwarten sich aber, dass auch bei Vollernten der heimische Einzelhandel das steirische Obst zu fairen Bedingungen abnimmt.
Missernte bei Holunder
Was die einzelnen Kulturen betrifft, sind Kirschen, Marillen und Pfirsiche mit „einem blauen Auge“ davongekommen. Sehr kritisch ist die Lage bei Holunder, der zuletzt wieder im Aufwind war und Flächenzuwächse verzeichnete. Durch die Hitze verdorren die reifen Holunderbeeren, immer mehr Holunderbäume vertrocknen sogar.
Hauptsorten beim Apfel
Rund 900 Obstbauern kultivieren auf 4600 Hektar steirische Äpfel. 76 Prozent der österreichischen Apfelanbaufläche liegen in der Steiermark. Die Hauptsorten sind Gala (30 Prozent), Golden Delicious (20 Prozent), Eveline (15 Prozent) sowie Elstar und Braeburn (jeweils 5 Prozent). Die Apfelernte in der Steiermark dürfte heuer etwa 90.000 Tonnen betragen. 2025 waren es 138.000 Tonnen. 90 Prozent der in der Alpenrepublik verspeisten Äpfel kommen aus Österreich, damit konnte der Inlandsmarkt seit dem EU-Beitritt fast vollständig gehalten werden.