Bei Versteigerungen sind Tempo und Exaktheit angesagt

von NEUES LAND

Georg Steiner ist bei Rind Steiermark für die Vermarktung von rund 30.000 Tiere im Jahr verantwortlich. Bei 15.000 Stück, vom Kalb bis zum Großrind, leitet er die Versteigerung. Eine Reportage von Anita Galler.

Georg Steiner lebt mit seiner Familie in St. Peter am Kammersberg. Als Mitarbeiter in der Organisation Rind Steiermark hat er eine besondere Aufgabe: er ist Versteigerer bei den wöchentlichen Kälber- und Nutzrindermärkten in Traboch und Greinbach. Weiters ist er für zwölf Zuchtrinderversteigerungen an beiden Standorten verantwortlich. Doch wie kam es dazu?

Georg Steiner stammt aus einer Landwirtefamilie in Seebach, Gemeinde Ranten. Nach dem Besuch der Landwirtschaftsschule Tamsweg zog es ihn an die HBLA Raumberg. Der Einstieg ins Berufsleben erfolgte vor 24 Jahren beim damaligen Alpenfleckviehzuchtverband im Tierzuchtzentrum in Leoben. „Die Arbeit bei den Zuchtbetrieben mit Herdebuchaufnahme, Beratungsgesprächen bei den Betrieben und die Mithilfe bei den Versteigerungen war mir durch meine bäuerliche Herkunft in die Wiege gelegt“, so Georg Steiner.

Bald kam es zur Fusionierung aller Zuchtorganisationen zur Rinderzucht Steiermark. Steiner wurde zum Leiter der Vermarktung für Zucht- und Nutzrinder bestellt. Seit 2016 ist er auch der Versteigerer bei allen Märkten in Traboch und Greinbach. Die Idee für diese Arbeit kam vom damaligen Versteigerer und späteren Geschäftsführer der Rinderzucht, Reinhard Pfleger. „Ich war von dieser Idee im ersten Moment nicht so begeistert. Beim ersten Mal im Juli 2016 sind mir die Schweißperlen auf der Stirn gestanden, ich habe dann aber schnell die Routine gefunden“, so der leidenschaftliche Versteigerer.

Hochkonzentrierte Denkarbeit

Jeder Kälber- und Nutzrindermarkt wird mit bis zu 500 Tieren beschickt. Georg Steiner ist dabei bis zu drei Stunden nonstop im Einsatz: „Es erfordert höchste Konzentrationskraft, hohe Wahrnehmungskraft und schnelle Reaktion. Wenn man in dieser Zeit einige hundert Tiere versteigert hat, ist man schon ganz schön fertig.“ Der Versteigerer ruft je nach Kategorie einen Ausrufungspreis aus. Dann stellt er die Frage: „Wer bietet mehr?“ Schnell, oft binnen Sekunden, erheben sich die Winker der registrierten Kaufinteressenten und es wird in Windeseile hinaufgezählt, bis niemand mehr bietet. In den bisherigen bald zehn Jahren macht Georg Steiner diese Arbeit jährlich für rund 15.000 Tiere, von Kälbern bis Großrinder: „Da baut man schon viel Routine auf und hat einen Blick auf das ganze Feld der Kaufinteressenten.“ Bei den Kälbermärkten werden pro Stunde rund 120 Tiere versteigert, da sind Tempo und Exaktheit angesagt.

Motivation

Georg Steiner hat sich für diese herausfordernde Aufgabe bei den Versteigerungen ein eigenes Profil zugelegt. „Was unsere Bauern in ihren Stallungen mit viel Fleiß produzieren, muss man beim Versteigern zu Geld machen. Jedes Tier, das ich versteigern darf, bringt Wertschöpfung in unsere Betriebe“, so Steiner. Über Rind Steiermark werden im Jahr rund 50.000 Rinder aller Kategorien im Inland und mit Exporten ins Ausland vermarktet. In Georg Steiners Verantwortung sind rund 30.000 Tiere im Jahr, die zur Zufriedenheit der Landwirte vermarktet werden sollen.

In seiner Freizeit engagiert sich Steiner als Fußballnachwuchstrainer in seiner Heimatgemeinde.

 

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