„Wird es warm und eher trocken, kann genug Nahrung für die Aufzucht der Larven in das Nest eingetragen werden, wodurch sich die Wespenvölker sehr gut entwickeln können. Ein kühler oder verregneter Sommer hingegen würde viele junge Nester schwächen oder sogar zugrunde gehen lassen“, sagt Gernot Kunz vom Institut für Biologie an der Uni Graz. Für mehr als 300.000 Allergikerinnen und Allergiker ist der Sommer eine Zeit erhöhter Vorsicht.
Reaktionen nach dem Stich
„Wird ein normal empfindlicher Mensch von einer Biene oder Wespe gestochen, bildet sich durch die Wirkung des Giftes eine gerötete Schwellung, die schmerzt oder juckt. Die Schwellung klingt normalerweise innerhalb von 24 Stunden wieder ab“, erklärt Gunter Sturm, Leiter der Forschungsgruppe Klinische Allergologie an der Univ.-Hautklinik Graz. „Gefährlich wird es, wenn die allergische Reaktion den ganzen Körper erfasst und es zusätzlich zu Schwellungen im Gesicht oder Hals, Atemnot, Schwindel, Herzrasen oder Kreislaufproblemen kommt.“ Im schlimmsten Fall kann dies lebensbedrohlich sein. Da der Verlauf einer Stichreaktion nicht vorhersehbar ist, ist konsequente Vorsorge entscheidend. „Es ist wesentlich, erste Warnsignale ernst zu nehmen und immer geeignete Notfallmedikamente bei sich zu tragen – insbesondere Adrenalin für den Notfall, das im Ernstfall den Kreislauf stabilisieren kann“, rät der Allergologe eindringlich.
Behandlungsmethode
Die einzige Behandlungsmethode, die direkt an der Ursache der Allergie ansetzt, ist die allergen-spezifische Immuntherapie. Dabei wird das Immunsystem schrittweise an das jeweilige Instektengift gewöhnt. Bei Bienengiftallergie beträgt die Erfolgsrate über 85 Prozent, bei einer Wespengiftallergie gar rund 95 Prozent.
Trotzdem erhält nur etwa einer von fünf Insektengift-Allergikern eine Immuntherapie. Dabei wird wird der Auslöser über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren regelmäßig in den Oberarm injiziert. Die Aufdosierungsphase dauert mehrere Wochen. Mithilfe beschleunigter Verfahren kann sie auf wenige Tage verkürzt werden, das macht allerdings einen Krankenhausaufenthalt notwendig. Neben der medizinischen Sicherheit bringt die Therapie eine verbesserte Lebensqualität, denn die Angst vor einem Stich ist allgegenwärtig. Zugelassen ist sie für Kinder ab fünf Jahren.