Manfred Reisenhofer ist Obstbauer in Puch bei Weiz, Obmann der EOS Erzeugergemeinschaft Obst EOS Steiermark und seit kurzem auch Landeskammerrat. Eine Reportage von Roman Bruckner.
Der heute 57-jährige Manfred Reisenhofer ist auf dem kleinen Hof seiner Eltern in der Nähe seines heutigen Betriebes aufgewachsen. Als er noch ein Kind war, kam man sich überein, dass er einmal den Hof seiner Großtante mit ein Hektar Obst und drei Kühen erben werde. Dazu wurde er im Jahr 1984 mit 14 Jahren in die Obstbauschule Wetzawinkel geschickt. In den darauffolgenden Jahren arbeitete er in den verschiedenen Bereichen im Obstbau. Im Jahr 1994 legte er die Meisterprüfung ab. 1997 heiratete er seine Frau Ulrike und bezog endgültig diesen Bauernhof. Im Laufe der Jahre kamen die beiden Töchter Corina und Kathrin zur Welt.
Große Investitionen
Die Hofanlage war relativ alt. So musste von Anfang an viel gebaut und erweitert werden. Heute ist es ein moderner Obstbaubetrieb mit 22,5 Hektar Obstfläche mit sehr guter technischer Ausstattung. Die Obstfläche unterteilt sich in 15 Hektar Apfel, 2 Hektar Zwetschken, 3,5 Hektar Johannisbeeren, 1,5 Hektar Heidelbeeren und 0,5 Hektar Stachelbeeren. Durch diese große Vielfalt gibt es von Juni bis Oktober immer frisches Obst am Hof, was aber auch heißt, dass in dieser Zeit immer geerntet wird.
Damit kommen wir auch schon zu einer der großen Herausforderungen des steirischen Obstbaus. Das sind die Erntehelfer. Sie kommen vorwiegend aus dem Ausland. Aus den bisher üblichen Ländern wie Polen und Rumänien sind es immer weniger. Auch ihre Qualifikation nimmt ab, deshalb möchte Manfred Reisenhofer heuer erstmalig mit Nepalesen zusammenarbeiten. Insgesamt beschäftigt er drei fixe Arbeitskräfte aus Polen über das ganze Jahr. In der Erntezeit kommen noch bis zu 30 Erntehelfer dazu. Sie wohnen in Wohnungen am Hof, haben eigene Küchen und versorgen sich selbst. Probleme machen die hohen Lohnnebenkosten und die Bürokratie.
Marketingoffensive für den Apfelkonsum
Ein weiteres Sorgenkind des Obstbaufunktionärs ist der leicht rückläufige Konsum beim Apfel. „Die Leute wissen zwar, dass der Apfel sehr gesund ist, aber das Angebot im Supermarkt ist so groß, dass sie häufig zu anderen Obstarten greifen“, sagt Reisenhofer. Deshalb hat er zusammen mit EOS eine Marketingoffensive mit dem Leitspruch „Apfel essen nicht vergessen“ gestartet. Die Pluspunkte der Regionalität müssen den Konsumenten besser bewusst gemacht werden. Das steirische Obst wird unter höchsten Qualitätsmaßstäben und deren Kontrollen erzeugt, die es in der Form in vielen Ländern nicht gibt.
Um seine Obstgehölze noch widerstandsfähiger zu machen und damit den chemischen Pflanzenschutzeinsatz zu verringern, versprüht er wöchentlich ein Mikroorganismenprodukt mit dem Namen „Nutrivit plus“. Dieses stellt er selbst in großem Ausmaß her, um es an die Firma zu liefern und auch an interessierte Bauern direkt zu verkaufen.
Vermarktung
Die gesamte Ernte wird an die EOS vermarktet. Ende Oktober werden die letzten Äpfel gepflückt. Dann dauert es nur zwei Wochen und das kleine Team beginnt schon wieder mit den Schnittarbeiten. Für Urlaub bleibt wenig Zeit, hin und wieder macht er Tageausflüge. Die Freizeit widmet er lieber der Interessenvertretung und der gemeinschaftlichen Vermarktung des Obstes. Als neue Aufgabe hat sich seine Funktion als Landeskammerrat ergeben. Seine Ziele sind bessere Rahmenbedingungen, Bürokratieabbau und verstärktes Marketing. Aber auch für das Thema Erntehelfer möchte er sich kompetent einsetzen.
Zur Person
- Manfred Reisenhofer (57)
- Perndorf 55, 8182 Puch b. W.
- Verheiratet mit Ulrike, zwei Kinder
- Betrieb mit 15 Hektar Apfel, 2 Hektar Zwetschken, 3,5 Hektar Johannnisbeeren, 1,5 Hektar Heidelbeeren sowie 0,5 Hektar Stachelbeeren
- Funktionen: Obmann von EOS, Landeskammerrat
- Kontakt: reisenhofer.obst@utanet.at