Landwirt Johannes Amon aus Obdach ist nicht nur leidenschaftlicher Fleckviehzüchter und Heumilch-Produzent, sondern engagiert sich auch als Bezirkskammerrat.
Gemeinsam mit Gattin Franziska bewirtschaftet Johannes Amon am Kienberg in Obdach auf 1000 Meter Seehöhe einen Milchviehbetrieb. Den Absolventen der Land- und forstwirtschaftlichen Fachschule Kobenz kann man mit Fug und Recht als Vollblut-Milchbauer bezeichnen. Im Jahr 2015 übernahm er den Hof von seinen Eltern Veronika und Johann. Seither ist der gelernte Holz- und Sägetechniker im Vollerwerb zu Haus. In dieser Zeit fanden auch ein großer Stallumbau sowie ein Zubau statt. „Seither haben wir die Kuhzahl ständig erhöht“, erklärt der stolze Vater eines zweijährigen Sohnes. Im Liegeboxenlaufstall finden nun 33 Kühe Platz, gemolken wird in einem „4er Swing-Over-Fischgrätmelkstand“. „Wir konnten die Anzahl der Milchkühe nochmals erweitern, weil meine Frau den Hof ihrer Eltern in Proleb übernommen hat. Dort haben wir inzwischen 20 und 25 Zuchtkalbinnen eingestellt“, so der engagierte Landwirt. Gattin Franziska ist ebenfalls Absolventin der LFS Kobenz, gelernte Bürokauffrau und Diplombuchhalterin und seit der Karenz im Vollerwerb zu Hause.
Grünland
Insgesamt werden in dieser Höhenlage 24 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche viermal gemäht. Die große Herausforderung ist dabei die Steilheit der Flächen, 320 Berghöfekatasterpunkte sprechen für sich. „Wir haben an unseren beiden Traktoren vorne und hinten Zwillingsräder montiert, um die Mäharbeiten durchführen zu können. Beim Schwaden hilft mir ein Lohnunternehmer aus der Region aus, der traut sich bei uns fahren“, sagt Amon. Das Heu bringt Johannes Amon mit dem eigenen Ladewagen ein, eine Heubelüftung erledigt den Rest. Seit einigen Jahren hat sich der tüchtige Landwirt auch eine Rundballenpresse angeschafft. Beim Erzählen kommt er jedoch ins Grübeln: „Bei uns sind in der Außenwirtschaft sind sicherlich die Arbeitskräfte der begrenzende Faktor. Bei der Ernte greifen wir eben alle zusammen. Mein Vater hilft immer, notfalls kommen auch meine Brüder nach Hause.“ Das Problem ist, dass auf diesen steilen Flächen nicht viele mit dem Traktor fahren können beziehungsweise wollen. „Bei uns ist der Familienzusammenhalt besonders wichtig. Ansonsten wäre eine Bewirtschaftung nicht möglich.
Zuchtarbeit
Auch auf die Zuchtarbeit legt Johannes Amon großen Wert. In den letzten Jahren konnte er den Stalldurchschnitt kontinuierlich erhöhen und liegt derzeit bei knapp unter 10.000 Kilogramm Milch. Die Jungkühe vermarktet der Obersteirer ab Hof sowie über Zuchtrinderversteigerungen der Rind Steiermark. Stierkälber werden ebenfalls über die Rind Steiermark in Traboch verkauft. Insgesamt blickt Amon auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück: „Wirtschaftlich gesehen war es eines der besten in meiner bisherigen Laufbahn. Nicht nur die Milchpreise haben gepasst, auch beim Tierverkauf konnten zufriedenstellende Erlöse erzielt werden.“
Bereits seit einer Periode engagiert sich Amon auch als Bezirkskammerrat in Murtal: „Mit ist es ein großes Anliegen, dass wir als Praktiker mitgestalten. Sonst reden andere – also Nichtlandwirte – mit.“ Von der Wichtigkeit des Bauernbundes ist er als Funktionär überzeugt: „Wir haben von der Gemeindeebene bis hin nach Brüssel Entscheidungsträger aus unseren Reihen. Nur so kann man mitgestalten.“
Zur Person
- Johannes Amon (35)
- Kienberg 16, 8742 Obdach
- Fleckviehzuchtbetrieb auf 1000 Meter Seehöhe, Heumilch
- 33 Kühe, rund 10.000 Kilogramm Stalldurchschnitt
- 24 Hektar LN (Grünland), vier Schnitte
- 320 Berghöfekatasterpunkte
- Verheiratet mit Franziska, ein Sohn
- Absolvent der LFS Kobenz, abgeschlossene Lehre zum Holz- und Sägetechniker
- Bezirkskammerrat Murtal
- Tritt bei der LK-Wahl wieder an
- E-Mail: johannes.amon@gmx.at