Franz Riegler und seine Familie sind Steiermarks größte Kirschenproduzenten. Die Vermarktung erfolgt ausschließlich an die Handelskette SPAR.
„Nun wird es bald stressig“, sagt Franz Riegler, als er mit Redakteuren durch seine mit Hagelnetzen geschützte Kirschenanlage schreitet. „Aber das nimmt man gerne in Kauf, wenn alles gut läuft.“ Dass der Österreichische Agrarjournalisten-Verband just seinen Betrieb als Exkursionsziel ausgesucht hat, ist rasch erklärt. Dieser Hof gilt als der größte Kirschenproduzent in der Steiermark. „Insgesamt haben wir 17 Hektar Kirschen. Diese teilen sich im Wesentlichen auf sechs Sorten auf“, informiert der 57-jährige Obstbauer.
Die Kirschen gehören zu den sensibelsten Kulturen im Obstbau und reagieren besonders empfindlich auf Wetterextreme wie Starkregen, Hitze oder Spätfrost. Daher ist die Obstfläche von Kirschen und Weichseln österreichweit gering und beträgt nur 322 Hektar.
Spätfrost
Den Spätfrost hat man heuer gut überstanden, auch wenn es wieder sehr knapp geworden ist. Vor allem zu Beginn der Eisheiligen sank die Temperatur deutlich unter die 0-Grad-Marke. „In der Nacht vom 11. auf den 12. Mai hatten wir minus 2,5 Grad“, berichtet Franz Riegler. In einer der drei Kirschen-Anlagen musste man die in den Fahrgassen aufgestellten Paraffinkerzen – pro Hektar benötigt man etwa 300 bis 400 Stück – entzünden, um das Schlimmste abzuwenden. Der Rauch dämpfte dann die frostigen Temperaturen.
Erntehelfer
Etwa am 10. Juni geht die Kirschenernte los. „Dann sind bei uns 60 bis 70 rumänische Saisonarbeiter im Einsatz.“ Er und seine Zwillingssöhne Florian und Matthias, die voll im Betrieb beschäftigt sind, betonen: „Wir haben viel Stammpersonal. Und wir verlangen von ihnen nur das, was wir selbst auch machen.“ Die Vermarktung der Kirschen erfolgt – ebenso für die Äpfel und Zwetschken – ausschließlich an die Handelskette SPAR.
Alle hoffen, dass extreme Wetterereignisse heuer weitgehend ausbleiben. Sorgen macht in der jüngsten Zeit aber ein tierischer Schädling, nämlich die Kirschessigfliege. Sie stellt vor allem für Weichobstarten wie Stein- und Beerenobst ein bedeutendes Risiko darf. Sie ist eine Taufliege und braucht Feuchtigkeit. Daher ist ein trockenes Wetter wie jetzt für die Obstbauern eher von Vorteil.
Betriebsdaten
Franz Riegler (57) wohnt in Etzersdorf 73, 8160 St. Ruprecht an der Raab. Sein Obstbau-Betrieb umfasst 17 Hektar Kirschen, 11 Hektar Äpfel und Zwetschke sowie 1 Hektar Kastanie. In seiner Freizeit ist Franz Riegler auch Feuerwehrkamerad.
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