Bauer der Woche: Daniel Feichtenhofer

Bereits mit 18 Jahren wurde Daniel Feichtenhofer Betriebsführer. Heuer schloss er die Ausbildung zum Forstwirtschaftsmeister ab und übernimmt den Hof.

von Karlheinz Lind

Hoch über dem Mürztal liegt der Betrieb von Daniel Feichtenhofer. In extremer Hanglage bewirtschaftet er gemeinsam mit seinen Eltern Elisabeth und Anton einen Mutterkuhhaltungsbetrieb am Aichberg in der Stadtgemeinde Kindberg. 14 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche dienen als Futtergrundlage für die fünf Mutterkühe samt Nachzucht. 315 Erschwernispunkte zeigen die Herausforderungen bei der Bewirtschaftung eindrucksvoll auf. Daniel Feichtenhofer erklärt: „Unsere Heimflächen sind nur mit Mähtrak und Muli zu bearbeiten.“ Die Winterfutterbereitung erfolgt einerseits über die Heuproduktion und andererseits über einen Hochsilo. Rundballen können aufgrund der Lage nur auf Pachtflächen im Tal gepresst werden. Die Vermarktung der Rinder erfolgt über den Nutzrindermarkt in Traboch.

Dürre

Auch bei der Familie Feichtenhofer hat die heurige Dürre Spuren hinterlassen. Der Jungbauer dazu: „Unser Flächen sind steil und sehr exponiert. Heuer haben wir rund 70 Prozent Ertragsausfall.“ Deshalb werden auch der Rinderbestand reduziert und Maisballen zugekauft.

Einige Rinder verbringen den Sommer auf der Scheiklalm in Turnau. Das hat bereits Tradition. Vater Anton weiß zu erzählen: „Heuer haben wir das 50. Mal aufgetrieben. Nach rund fünf Gehstunden erreichen wir mit unseren Rindern die Alm.“

Schwerpunkt Forstwirtschaft

Grundsätzlich liegt am Betrieb Feichtenhofer der Schwerpunkt in der Forstwirtschaft. 54 Hektar Wald werden ebenfalls in extremer Steillage von der Familie bewirtschaftet. Die Leidenschaft ist dem zukünftigen Hofübernehmer nicht abzusprechen. Daniel erklärt: „Unser Wald liegt auf einer Seehöhe von 700 bis 1100 Meter arrondiert um den Hof. Alle Schlägerungsmaßnahmen führen wir in Eigenregie mit der Motorsäge durch. Weiters setzen wir einen Traktor mit Seilwinde sowie einen Frontlader mit Holzgreifer ein.“ Nur bei geplanten größeren Durchforstungen kommt ab und zu ein Baggerharvester zum Einsatz, der auf der Forststraße die Bäume entastet.

Nun wird erfreulicherweise eine lange Tradition am Schwunghof fortgesetzt. Mit 1. September übernimmt Daniel den Hof von seinen Eltern und wird diesen dann ebenfalls im Vollerwerb – so wie sein Vater – weiterführen. „Bis jetzt war ich mit 20 Stunden bei einem Betrieb in der Region als Schlosser tätig. Das ist nun vorbei“, lacht der leidenschaftliche Forstwirt.

Aus- und Weiterbildung

Das nötige Rüstzeug hat sich der Absolvent der LFS Hafendorf in den letzten Jahren angeeignet. Zusätzlich zum land- und forstwirtschaftlichen Facharbeiter hat Feichtenhofer auch die Lehrabschlussprüfung als Maschinenbautechniker erfolgreich abgelegt. Im Jahr 2024, da war er bereits zwei Jahre Betriebsführer, startete er die Meisterausbildung in der Forstwirtschaft, die er heuer abgeschlossen hat. Aufgrund der außergewöhnlichen Leistungen wurde er zum Meister des Jahres gekürt. „Die große Leidenschaft zur Forstwirtschaft hat bereits in der Fachschule begonnen“, so Feichtenhofer. Ein wichtiger Tipp zum Abschluss: „Im Zuge der Meisterarbeit haben wir einen Waldwirtschaftsplan erstellt. Das würde ich jedem Forstwirt auch raten.“

Zur Person

  • Daniel Feichtenhofer (22)
  • Vulgo Schwung
  • Kindtalgraben 13, 8650 Kindberg
  • Absolvent der LFS Hafendorf
  • Ausbildung zum Forstwirtschaftsmeister, Meister des Jahres
  • Lehrabschluss als Maschinenbautechniker
  • Freundin Theresa, Eltern Elisabeth und Anton
  • Mutterkuhhaltungsbetrieb in extremer Steillage, 14 Hektar LN (Eigen- und Pachtfläche)
  • Schwerpunkt Forstwirtschaft, 54 Hektar Wald
  • Obmann der Landjugend Kindberg

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