Bauer der Woche: Armin Lenz

Der Hof von Beerenproduzent Armin Lenz in Dirnbach ist Vermarktungsstandort der Bauerngemeinschaft Beerengut Straden. Bio steht dabei im Mittelpunkt.

von Karlheinz Lind

Gemeinsam mit seiner Familie führt Armin Lenz in Dirnbach einen Obstbaubetrieb. Dabei hat er sich auf die Produktion von Heidelbeeren und Himbeeren in Bioqualität spezialisiert. Doch das war nicht immer so. Im Gespräch mit NEUES LAND erklärt der umtriebige Landwirt die Entwicklung des Hofes in der Marktgemeinde Straden: „Meine Eltern haben einen Gemischtbetrieb mit Schweinen und Rindern geführt und später auf Gemüsebau und Käferbohnen umgestellt. Als ich im Jahr 2007 von meiner Ausbildung zurück auf den Hof gekommen bin, haben wir nach einem neuen Standbein gesucht. Dies war mit der Heidelbeere auch gleich gefunden.“

Einstieg in die Heidelbeer-Produktion

Gemeinsam mit zwei Partnerbetrieben wurden die ersten Heidelbeeren in biologischer Wirtschaftsweise gepflanzt. Bei der Vermarktung setzten die innovativen Betriebe auf die Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel. Lenz weiter: „Da haben wir uns sehr wohl gefühlt und gemeinsam entschieden, weiter zu wachsen.“ Die drei Landwirte haben die Bauerngemeinschaft Beerengut Straden als Handelsplattform für die eigenen Produkte gegründet.

Inzwischen bewirtschaftet Armin Lenz gemeinsam mit seinen Eltern Anneliese und Robert – sie helfen am Hof noch fleißig mit – fünf Hektar Bioheidelbeeren und vier Hektar Biohimbeeren. Den Betrieb hat er heuer übernommen. Auch Gattin Carina steigt demnächst in den Betrieb ein, sie schließt noch ihr Jus-Studium ab. Der tüchtige Beerenbauer führt weiter aus: „Unsere Beeren wachsen in Trögen samt Bewässerungsanlage und Hagelnetz.“ Gerade das Netz war heuer unverzichtbar, da es bereits drei größere Hagelereignisse gegeben hat. Ohne Schutz hätte es einen Totalausfall gegeben. Auch für Lenz wird die Wasserversorgung für Frostberegnung und Bewässerung zu einer immer größer werdenden Herausforderung. Deshalb wird auch der bestehende Speicherteich ausgebaut. Für die Erntearbeiten kommen Saisonarbeitskräfte aus Slowenien und Vietnam zum Einsatz: „Mit ihnen sind wir wirklich sehr zufrieden.“

Vermarktungsgemeinschaft

Doch nicht nur der Hof der Familie Lenz hat eine beachtliche Entwicklung hingelegt. Auch die Vermarktungsgemeinschaft ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Armin Lenz sagt: „Im Jahr 2010 haben wir die Vermarktungshalle errichtet und seither bereits mehrmals erweitert sowie die Kühlmöglichkeiten ausgebaut. Im vergangenen Jahr haben wir in eine vollautomatische Wasch-, Sortier- und Verpackungsanlage für unsere Beeren investiert. Das war ein großer Schritt für uns.“ 80 Prozent der benötigten Energie liefert die eigene PV-Anlage samt Speicher. Nun werden über die Bauerngemeinschaft die Beeren von einer Fläche von 35 Hektar der 16 Mitgliedsbetriebe vermarktet. Auch der Spargel von 20 Hektar wird an diesem Standort gewaschen, verpackt und ausgeliefert.

Die Bauerngemeinschaft unter der Leitung von Armin Lenz setzt bereits seit Beginn auf die Zusammenarbeit mit der Handelskette SPAR: „Wir haben ein sehr wertschätzendes Miteinander und agieren auf Augenhöhe. Denn auch unser Ziel ist es, beste Qualität und Frische zu liefern.“ Die Biobeeren sowie ein neuer Biobeerenmix ist österreichweit bei SPAR erhältlich. Lenz abschließend: „Als Bauerngemeinschaft sind wir einfach ein tolles Team, motivieren uns gegenseitig und tauschen uns auch in der Produktion ständig aus. Mir ist besonders wichtig, dass die Wertschöpfung bei uns bleibt.“

Zur Person

  • Armin Lenz (35)
  • Dirnbach 15, 8345 Straden
  • Verheiratet mit Carina, zwei Töchter
  • Eltern Robert und Anneliese
  • Absolvent der Gärtnerischen Handelsschule Grottenhof Hardt, Feldgemüsebaumeister, HAK-Abendmatura
  • 5 Hektar Bio-Heidelbeeren
  • 4 Hektar Bio-Himbeeren
  • Geschäftsführer der Bauerngemeinschaft Beerengut Straden

Zum Thema passend

Einen Kommentar abgeben