Die Land- und Forstwirtschaft leidet jetzt schon unter der Trockenheit. Acker- und Grünlandbauern kämpften mit ständig größer werdenden Ertragseinbußen und befürchten massive Ernteausfälle.
In der Steiermark, in Kärnten sowie in Teilen von Ober- und Niederösterreich ist es seit Wochen viel zu trocken. Die Trockenheit wird von allen Fachbereichen als zunehmend kritisch eingeschätzt. Die bisherigen Niederschläge waren flächendeckend unzureichend oder wirkungslos. Damit fehlt genau jene Feuchte, die aktuell für die ausgesäten Ackerkulturen benötigt wird. Dies berichtet auch Arno Mayer, Leiter der Pflanzenbauabteilung in der Landwirtschaftskammer: „Der Anbau der Ackerkulturen ist nahezu abgeschlossen. Einige Landwirte haben den Anbau von Soja und Ölkürbis noch etwas aufgeschoben, da diese beiden Kulturen spätsaatverträglich sind.“
Wintergerste
Mayer bestätigt ein landesweites Niederschlagsdefizit von rund 60 Prozent. Das wirkt sich auch bei den aufgelaufenen Kulturen aus. Doch eines überrascht ihn doch: „Gerade bei nicht so intensiv geführten Beständen haben wir heuer bei der Wintergerste flächige Trockenschäden. So etwas hat es in dieser Form noch nicht gegeben, da diese Kultur die Winterfeuchtigkeit gut mitnehmen kann.“ Bei Mais kommt es zu einem ungleichmäßigen Aufgang, bei Soja und Kürbis ist eine schlechte Keimung festzustellen. Teilweise drohen Totalausfälle beziehungsweise ist ein Wiederanbau notwendig. Beim Pflanzenschutz sind die Vorauflaufmittel aufgrund der fehlenden Bodenfeuchte weitgehend wirkungslos. Es kommt zu einem verstärkten Unkrautdruck.
Erster Schnitt
Auch beim Grünland – in diesen Tagen wurden bereits die ersten Schnitte eingefahren – gibt es Ertragseinbußen. Diese werden beim ersten Schnitt mit 30 bis 50 Prozent beziffert. Hier sind intensiv geführte Bestände eher weniger betroffen, da die Pflanzen stärker sind, kräftigere Wurzeln haben und somit das Wasser besser halten können. Das Fazit von Mayer: „Derzeit warten wir alle auf den erlösenden Regen.“
Viehauftrieb
Das Warten auf ausreichende Niederschläge gilt auch für die Almwirtschaft. Laut Rudolf Grabner vom Steirischen Almwirtschaftsverein hält sich der Aufwuchs noch sehr zurück. „Momentan sind noch viele Weiden braun, es wächst nichts“, sagt Grabner und weist darauf hin, dass die ersten Almbauern schon Mitte Mai mit dem Viehauftrieb beginnen werden. Seine Empfehlung: „Auf den Almweiden die Tiere gut koppeln!“ Seine Sorgen gilt auch generell der Wasserversorgung auf den Almen: „Der Schnee hat gefehlt, und es gab wenig Niederschläge.“
In der Forstwirtschaft ist die Waldbrandgefahr nach wie vor sehr hoch. Immer wieder kommt es jetzt schon im Land zu Waldbränden. Probleme bestehen bei der Aufforstung durch die Ausfälle vieler Jungpflanzen. Es droht ein verstärkter Borkenkäferbefall.
