Gemeinsamkeiten und Unterschiede der steirischen und slowenischen Bäuerinnenorganisation wurden beim Steiermark-Tag auf der Agrarmesse in Gornja Radgona herausgeschält.
Beim Steiermark-Tag auf der AGRA Messe in Gornja Radgona gibt es immer ein Schwerpunkt-Thema. Heuer war es die Bäuerinnenarbeit diesseits und jenseits der Mur. Den Anlass dazu gab das heuer von der UNO ausgerufene Internationale Jahr der Bäuerin. Die vielsprachige steirische Landesbäuerin Ursula Reiter überraschte mit ihrer auf Slowenisch vorgetragenen Begrüßung und stellte die Bäuerinnenarbeit in der Grünen Mark vor. 38 Prozent der Betriebe werden hier von Frauen geführt. Die Bäuerinnenorganisation zählt rund 30.000 Mitglieder. Ihre Ziele sind klar und vielfältig (zum Beispiel Lebensqualität am Bauernhof, Partnerschaft oder finanzielle Unabhängigkeit der Frauen für selbstbestimmte Entscheidungen). „Die Bäuerinnenorganisation versteht sich als Sprachrohr der Frauen in der Landwirtschaft und möchte die Konsumenten für heimische Lebensmittel sensibilisieren“, sagte Reiter.

Gruppenbild mit steirischen Vertretern der Landes- und Kommunalpolitik, Landwirtschaftskammer, Bauernbund sowie der Bäuerinnenvertretung.
[© Georg Obetzhofer]
Volkslieder und Wettkämpfe
Ihr Gegenüber, Irena Ule, beschrieb die Bäuerinnenorganisation in Slowenien. Der Bäuerinnenverband wurde vor 30 Jahren gegründet und ist auf 65 Vereine aufgeteilt. Die Erhaltung des Kulturerbes und die Weiterbildung nannte Ule als Schwerpunkte. „Wir pflegen unsere Volkslieder, veranstalten kulinarische Treffen, organisieren eigene Bäuerinnen-Wettkämpfte und wählen die Bäuerin des Jahres“, sagte Ule. Sie merkte allerdings an: „Wir haben Nachwuchssorgen und merken, dass bei uns der ländliche Raum stiefmütterlich behandelt wird.“ Außerdem überraschte sie mit der Aussage: „Bei uns hat Politik keinen Platz!“
Bäuerinnen am Wort

Landesrätin Simone Schmiedtbauer mit den Mitgestalterinnen des Steiermark-Tages auf der AGRA Messe.
[© Georg Obetzhofer]
Je zwei Bäuerinnen aus Slowenien und aus der Steiermark (Stefanie Patz aus Halbenrain und Melanie Schlein aus Deutsch Goritz) stellten dann ihre Betriebe und Tätigkeiten daheim auf ihren Höfen vor. Landesrätin Simone Schmiedtbauer, die zum Steiermark-Tag geladen hatte, freute sich über die vielen Informationen und vor allem auch über den sehr guten Besuch.