Bäuerin der Woche: Maria Klöckl

von Karl Brodschneider

Maria Klöckl ist nicht nur Bauernbund-Obfrau von Ligist, sondern auch Kandidatin für die Bezirkskammer bei der Landwirtschaftskammer-Wahl am 25. Jänner.

 

Derzeit macht Maria Klöckl fast täglich das, was im Vorfeld von Wahlen als eine der wichtigsten Werbemaßnahme gilt. Das sind Hausbesuche. „Bis zum 25. Jänner will ich alle Mitglieder in meiner Bauernbund-Ortsgruppe persönlich besucht haben“, erklärt die Ligister Bauernbund-Obfrau und ergänzt: „Natürlich suche ich auch Bäuerinnen und Bauern auf, die nicht beim Bauernbund, aber wahlberechtigt sind.“

Auf der Bauernbund-Kandidatenliste für die Voitsberger Bezirkskammer findet man die 61-jährige Weststeirerin auf Platz drei. „In den letzten zwei Perioden durfte ich die Stellvertreterin von Kammerobmann Werner Preßler sein“, lässt Klöckl wissen. „Jetzt wollte ich eigentlich weiter hinten platziert sein, weil ich die Betriebsführung inzwischen schon an unseren Sohn Matthias übergeben habe. Aber der Bezirksvorstand reihte mich auf Platz drei“, sagt die erfahrene Kammerfunktionärin.

Schuhlöffel, Bierkrügel und Langzünder

Bei ihren Hausbesuchen bringt sie den Bauernbund-Schuhlöffel, ein 0,3-Liter-Krügerl mit dem Bauernbund-Logo, ein Flascherl Weiße Mischung oder Fruchtsaft sowie Langzünder als Wahlwerbemittel mit. „Aber das wichtigste Werbemittel ist das Zeit-Schenken“, betont die Weststeirerin. „Ich suche gerne das Gespräch, nehme mir dafür Zeit, horche bei den Leuten eini und erfahre so, was sie beschäftigt und welche Sorgen und Wünsche sie haben.“

Dabei geht es meist nicht um die großen Fragen der Agrarpolitik. Das, was in der Familie oder in der Gemeinde geschieht, beschäftigt die Menschen viel mehr. Ihr Appell bei jedem Gespräch: „Ich bitte die Leute, dass sie zur Wahl gehen und von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Bei den Älteren argumentiere ich, dass sie durch die Teilnahme an der Wahl ihre Solidarität mit den Jungen kundtun können. Damit helfen sie auch den Bäuerinnen und Bauern, die weitermachen und bestehen wollen.“

Kathreintanz und Neujahrsbüffet

Das Amt der Bauernbund-Obfrau übernahm die in Steinberg wohnende Bäuerin im Jahr 2015. „Im Hintergrund habe ich schon immer gerne mitgeholfen. Als ich dann gefragt worden bin, ob ich die Führung der Ortsgruppe übernehme, habe ich zugesagt“, erzählt Klöckl. Ihr ist es wichtig, dass der Bauernbund nicht nur von den eigenen Mitgliedern, sondern von der ganzen Bevölkerung wahrgenommen wird. Unter ihrer Obfrauschaft gab es schon drei Hoffeste und erst im vergangenen November erstmals einen Kathreintanz. Seit zehn Jahren richtet der Bauernbund das Büffet beim Ligister Neujahrskonzert aus. „Wir machen dabei frische Brötchen und verwenden dafür ausschließlich regionale Produkte“, betont die Obfrau. Auch bei der „Steirische Roas“ half der Bauernbund Ligist zweimal mit. Für heuer plant sie die erstmalige Ausrichtung des Loambudl-Scheibens beim vulgo Gradner. So heißt der Vulgonamen des Bauernhofes, wo Maria Klöckl mit ihrer Familie lebt.

Ochsenmast und Kastanien

Bis 2015 war die Milchwirtschaft das Hauptstandbein am Betrieb. „Dann stellten wir auf Ochsenmast um“, so Klöckl. „Wir kaufen die Kälber mit vier Wochen und mästen sie dann meist bis zu einem Alter von 24 bis 26 Monaten. Alle Tiere sind in Boxen altersmäßig zusammengestellt.“ Die gelernte Restaurantfachfrau hat am Betrieb noch eine Vorliebe. Das sind die Edelkastanien. Sie ist Mitglied bei der ARGE Edelkastanie und vermarktet alle Kastanien selbst.

 

Zur Person

Maria Klöckl (61) wohnt in Steinberg 82, 8563 Ligist. Sie ist verheiratet und Mutter von vier Kindern. Der Betrieb umfasst 5,5 Hektar Grünland und 8 Hektar Wald und hat die Schwerpunkte Ochsenmast, Pfirsiche und Kastanien. Maria Klöckl ist Bauernbund-Obfrau, war zehn Jahre im Bezirk Voitsberg Kammerobmann-Stellvertreterin und ist Kandidatin für die Bezirkskammer bei der Landwirtschaftskammerwahl am 25. Jänner 2026. Kontakt: maria.kloeckl@gmail.com

 

[© NL]

 

 

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