Bäuerin der Woche: Daniela Gruber-Steiner

von Karl Brodschneider

Wie legte es die Bergbäuerin Daniela Gruber-Steiner aus Oberzeiring an, dass sie beim Landesblumenschmuckbewerb mit Gold prämiert wurde?

 

Die Goldprämierung von Daniela Gruber-Steiner im Landesblumenschmuckbewerb in der Kategorie „Bauernhof in steiler Hanglage“ hatte sich schon angekündigt. Schon bei ihrem ersten Antreten 2018 holte sich die Oberzeiringerin Bronze. Es folgten zwei Auszeichnungen in Silber und heuer erstmals die höchste Anerkennung. „Der Blumenschmuck ist mein Hobby! Ich habe es einfach gerne, wenn es rundherum bunt und schön ist“, erzählt sie mit einem Lächeln im Gesicht.

Jasmin, Pantoffelblume, Prinz & Co

Auf den zwei Balkonen und vor den Fenstern sind insgesamt 20 Blumenkisten. Anhand ihrer eigenen Aufzeichnungen und Fotos erstellt sie schon immer im Februar die Zusammensetzung dieser Kisten – heuer mit der Strukturpflanze Jasmin, der gelb blühenden Pantoffelblume, zweimal Surfinie, Prinz (rot und rosa) sowie Bidens. Die Blumenkisten lässt sie immer in „ihrer“ Gärtnerei setzen. Rund ums Haus, bei der Hofkapelle, beim Stall, der Werkstatt und bei der Hofeinfahrt sieht man vor allem Geranien, Steirermadl, Prinz, Jasmin und Knollenbegonien – großteils selbst gezogen.

Nach den Eisheiligen

Der Bergbauernhof der Familie Gruber-Steiner liegt auf 1300 Meter Seehöhe.

„Die Balkon- und Fensterblumen kommen erst nach den Eisheiligen ins Freie“, betont die Bergbäuerin und begründet: „Unser Hof liegt auf 1300 Meter Seehöhe, da ist das Klima schon rauer.“ Heuer musste sie die Blumenkisten gar eine Woche länger auf dem Anhänger lassen, da es noch spät geschneit hatte. Bei der Pflege ihrer blühenden Lieblinge hat Daniela Gruber-Steiner ihre eigenen Rituale entwickelt. In der Früh gießt sie die Balkonblumen. Zu Mittag erfahren die Blumen rund ums Haus ihre zupfende Hand, am Abend jene beim Stall. Sie arbeitet großteils mit dem Wasserschlauch, nur auf gewissen Stellen mit der Gießkanne. Einen eigenen Regen- oder Sonnenschutz verwendet sie nicht. „Was den Hagel betrifft, hatten wir heuer Glück, aber grundsätzlich zittern wir jedes Jahr vor einem Hagel oder Starkregen. „Einzig im Garten habe ich ein Netz über dem Gemüse“, kommentiert sie die Wetter-Situation am vulgo Kaufmann-Hof.

Die Gold-Auszeichnung bedeutet für Daniela Gruber-Steiner, dass sie in den nächsten drei Jahren nicht am Landesblumenschmuckbewerb teilnehmen darf. Als sie das ihren drei Kindern erzählte, waren diese traurig. „Dann schaut es bei uns ganz leer und fad aus“, bedauerten sie. Aber so wird’s sicher nicht sein, denn ihr Blumenschmuck geht auch im nächsten Jahr weiter. „Schließlich mache ich das ja nicht für die Jury, sondern für mich, unsere Familie und den Hof“, betont die junge Landessiegerin.

Ochsenmast

Daniela Gruber-Steiner ist Absolventin der Fachschule Großlobming und ausgebildete Heilmasseurin.

Nach ihrer Schulausbildung in der Fachschule Großlobming machte Daniela die Lehre als Restaurantfachfrau, denn folgte die Ausbildung zur Heilmasseurin. Diesen Beruf übte sie zehn Jahre lang aus. Im Jahr 2018 übernahm sie zusammen mit ihrem Mann den elterlichen Betrieb mit Schwerpunkt Forstwirtschaft. Schon seit 13 Jahren gibt es eine Kooperation mit dem Viehhandel Penz – früher Kalbinnenaufzucht, jetzt Ochsenmast. „Durchschnittlich haben wir jeweils für zwei Jahre 20 bis 27 Ochsen am Betrieb“, lässt sie wissen.

Jägerin und Waldpädagogin

Vor drei Jahren legten sie und ihr Mann die Jagdprüfung ab. „Wir sind keine Trophäenjäger, aber für die Waldbewirtschaftung in unserer Eigenjagd ist das wichtig“, sagt Daniela. Sie ist auch ausgebildete Waldpädagogin und in dieser Funktion gerne im Einsatz. „Wenn ich zum Beispiel mit den Kindergarten-Kindern unterwegs bin, staune ich immer, welche Informationen die Kleinen alles aufnehmen. Ich bekomme dann immer ganz tolle Rückmeldungen, auch von den Eltern der Kinder.“ Weiters arbeitet Daniela Gruber-Steiner als Pfarrgemeinderätin und Ministrantenbetreuerin in der Pfarre Oberzeiring mit.

 

Zur Person

Daniela Gruber-Steiner (44) wohnt in Gföllgraben 17, 8762 Oberzeiring. Sie ist mit Martin verheiratet und hat drei Kinder (15, 13 und 10 Jahre). Sie ist Landessiegerin im Landesblumenschmuckbewerb „Flora 25“ in der Kategorie „Bauernhof in steiler Hanglage“, ausgebildete Restaurantfachfrau und Heilmasseurin, Jägerin, Waldpädagogin sowie Pfarrgemeinderätin.

Kontakt: danigrubersteiner@gmail.com

 

[© NL]

 

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