Die OMV erhebt Potenzial für Geothermie rund um Graz. Spezielle Schwerlastkraftwagen namens „Seismik-Trucks“ führen die Messungen durch.
Vor allem in der Südoststeiermark sind die schweren Seismik-Trucks schon vielen aufgefallen. Sie führen noch bis April seismologische Messungen durch. Deren Ziel ist es, den geologischen Untergrund in einer Tiefe von 700 bis 3500 Metern zu erforschen und Erkenntnisse über mögliche geothermische Lagerstätten, auch als Heißwasservorkommen bekannt, zu gewinnen.
Geophone am Wegesrand
Die Messungen erstrecken sich über eine Gesamtlänge von rund 900 Kilometern. Die durch die Schwingungen verursachten Reflexionen in tiefen Gesteinsschichten werden mithilfe von Geophonen am Wegesrand aufgezeichnet. Die eingesetzten Anregungssignale bewegen sich sowohl in ihrer Frequenz als auch in ihrer Stärke im Bereich natürlicher Bodenschwingungen und haben keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Es fahren jeweils drei Seismik-Trucks im Verbund mit ein paar Metern Abstand langsam die Strecke ab und geben dabei das Messsignal ab.
Die Anregung der notwendigen Schwingungen erfolgt über eine Bodenplatte an der Geländeoberfläche. Diese kontrollierten Schwingungen sind oberirdisch nur im unmittelbaren Umkreis der Seismik-Trucks wahrnehmbar. Die Messpunkte liegen 10 bis 20 Meter auseinander. Die Geophone werden möglichst außerhalb des Banketts am Rand der Wege platziert, bleiben dort während der Messphase und werden anschließend wieder eingesammelt. Sie sind mit GPS ausgestattet, sodass ihre genaue Position jederzeit nachvollzogen werden kann.
Erkundungsbohrung
Im Anschluss an die Messungen ist in der zweiten Jahreshälfte eine Erkundungsbohrung geplant. Sollte sich das vermutete geothermische Potenzial bestätigen, plant die OMV gemeinsam mit der Energie Steiermark und der Energie Graz die langfristige Gewinnung von Wärme aus Tiefengeothermie für den Großraum Graz und damit eine nachhaltige Wärmeversorgung der Stadt.
[© Franz Fink]