Anzahl der bewirtschafteten Almen nimmt ab

von Karl Brodschneider

Der Steiermark droht in den nächsten zehn Jahren bei den bewirtschafteten Almen ein großer Rückgang. Immer weniger Betriebe treiben ihre Tiere auf. Nur zwei Bezirke dürften ihre Zahlen halten.

 

Die Steiermark verliert kontinuierlich an Almen und aufgetriebenen Rindern. Darauf wurde beim Steirischen Almbauerntag in der Fachschule Hafendorf aufmerksam gemacht. Gibt es aktuell noch rund 1600 bewirtschaftete Almen, so könnten es in zehn Jahren nur mehr 1350 sein. Derzeit treiben noch 3300 Betriebe Tiere – etwa 41.500 Rinder, 900 Pferde, 5200 Schafe und 350 Ziegen – auf, in zehn Jahren könnten es nur mehr 2400 sein. Die einzigen Bezirke, wo laut Almwirtschaftsvereinsobmann Anton Hafellner und Geschäftsführer Rudi Grabner die Almwirtschaft stabil bleibt, sind Liezen und Murau. Überall sonst drohen deutliche Rückgänge. Ein Grund dafür ist die Spezialisierung in der Milchviehhaltung.

Achtung Weidevieh

Als großen Erfolg verbucht man die Informationstafel „Achtung Weidevieh“. Sie habe bisher allen rechtlichen Angriffen standgehalten, sagte Grabner. „Sind die Tafeln gut sichtbar aufgestellt, liegt es in der Eigenverantwortung der Wanderer, wenn sie Almweiden betreten. Wenn etwas passiert, ist der Bauer für Unfall-Folgen nicht verantwortlich“, erklärte Grabner. Allein in der Steiermark sind 2500 solche Tafeln im Umlauf.

Unverständliche Anzeigen

Bundesobmann Josef Obweger zeigte sich fassungslos, dass Tierschutz-Organisationen Almbauern anzeigen, wenn diese keinen Herdenschutz machen und somit ihre Almtiere vor dem Wolf nicht sicher sind. „Wenn die Behörde das umsetzen würde, würde das bedeuten, dass der Bezirkshauptmann vorzeitig im Sommer den Almabtrieb verordnen muss“, sagte Obweger.

Vier Menschen mit Tafel

Almwirtschaftsvereinsobmann Anton Hafellner (links) mit Vizepräsidentin Maria Pein, Landesrätin Simone Schmiedtbauer und Bundesobmann Josef Obweger.

Der Almbauerntag stand heuer ganz im Zeichen des „Jahres der Bäuerinnen“. Monika Gaiswinkler, Eva König, Melanie Haas und Christine Habertheuer sprachen zum Thema „Die Almbäuerin: Gestern – heute – morgen“.

 

[© Grabner]

 

 

 

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