Almen gibt es nur durch die Beweidung

von Karl Brodschneider

Steirische Almbauern erstellten ein Positionspapier. Landesrätin Simone Schmiedtbauer präsentierte Maßnahmen zur Unterstützung der Almwirtschaft.

 

Beim Steirischen Almtag auf der Stoakoglalm überreichten Almenland-Obmann Erwin Gruber und Obmann Anton Hafellner vom Steirischen Almwirtschaftsverein an Landesrätin Simone Schmiedtbauer ein umfassendes Positionspapier zur Erhaltung der Almwirtschaft in der Steiermark. So hat der Naturpark Almenland in einem offenen Beteiligungsprozess einen Managementplan erstellt. Dieser macht die Leistungen der Alm- und Bergbauern bewusst und kommt zu einem klaren Ergebnis. „Die Alm als Kulturlandschaft gibt es nur durch die Beweidung!“, stellte Gruber klar.

Größte Niederalm Europas

Demnach gibt es im Naturpark Almenland als größte zusammenhängende Niederalm Europas mit derzeit 65 verschiedenen Gräsern und Kräutern eine besonders hohe Biodiversität. Gruber und Hafellner betonten allerdings: „Der große Aufwand, den Almbauern betreiben, wird zu wenig wertgeschätzt. Wir müssen jungen Menschen eine Perspektive geben, dass die Almwirtschaft nicht nur von Tradition und Leidenschaft lebt, sondern sich auch wirtschaftlich rechnen muss.“ Ihre Mahnung: „Sonst gehen Almen verloren. Das hätte nicht nur negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren sowie auf den Tourismus. Bewirtschaftete Almen geben auch einen besseren Schutz vor den Folgen von Naturkatastrophen.“

Immer weniger Auftreiber

Ihre Sorgen sind begründet. Allein im Almenland hat sich die Zahl der Auftreiber in den letzten zehn Jahren von 264 auf 211 verringert. Die Anzahl der Tiere ist aber fast gleich geblieben. Landesweit gibt es aktuell 1610 Almen, vor drei Jahren war es noch 1642 Almen.

Drei Maßnahmen

Landesrätin Schmiedtbauer präsentierte nun in einer Pressekonferenz drei zentrale Maßnahmen zur Unterstützung der Almwirtschaft. Erstens wird sie in ihrer Funktion als Vorsitzende der Landesagrarreferentenkonferenz eine Studie in Auftrag geben, welche die wirtschaftliche Wertschöpfung der Almwirtschaft – insbesondere in ihrer engen Verbindung mit dem Tourismus – umfassend analysiert. Zweitens kündigte Schmiedtbauer an, in den laufenden Gesprächen mit anderen Bundesländern eine deutliche Erhöhung der Almauftriebsprämie zu fordern. Drittens setzt sich Schmiedtbauer auf europäischer Ebene mit

Rinder auf der Alm

In der Steiermark gibt es aktuell 1610 bewirtschaftete Almen.

Nachdruck für den Erhalt des bewährten Zwei-Säulen-Systems in der Gemeinsamen Agrarpolitik ein. „Gerade Betriebe in benachteiligten Lagen sind auf zielgerichtete Ausgleichszahlungen angewiesen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und ihre wichtige Arbeit fortführen zu können“, so Schmiedtbauer.

 

[© Grabner, Land Steiermark]

 

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