Wer als Almgeher die Verhaltensregeln beachtet und Weidetieren mit Respekt begegnet, trägt dazu bei, gefährliche Situationen zu vermeiden.
Die heurige Almsaison hat bereits begonnen. Etwa 50.000 Weidetiere, davon rund 42.000 Rinder, werden die nächsten Monate auf den rund 1600 steirischen Almen verbringen. „Damit die Alm- und Weidesaison möglichst ohne tragische Unfälle verläuft, braucht es Rücksicht und Respekt gegenüber den Weidetieren sowie die Einhaltung der Verhaltensregeln. Denn Almen und Weiden sind kein Streichelzoo“, unterstreicht LK-Präsident Andreas Steinegger. Er weist auf die zentralen Verhaltensregeln hin: „Weidetieren soll man ruhig begegnen. Man soll auf markierten Wegen bleiben und Tiere nicht füttern oder streicheln.“ Weiters appelliert er, die Hinweistafeln zu beachten und Hunde bei einer Begegnung mit Tieren an kurzer Leine zu führen. Ergänzend fügt er aber hin: „Bei Gefahr sofort ableinen!“ Oberstes Gebot ist aber das respektvolle Miteinander.

Geschäftsführer Rudolf Grabner vom Almwirtschaftsverein, LK-Präsident Andreas Steinegger und Almwirtschaftsvereinsobamnn Anton Hafellner auf der Gmoa-Alm.
[© LK/Fuchs]
Mutterinstinkt
Auf die Einhaltung dieser seit einigen Jahren gültigen wichtigen Verhaltensregeln pocht auch Almwirtschaftsvereinsobmann Anton Hafellner. „Weidevieh ist grundsätzlich friedfertig. Gerade Rinder sind aber neugierig und allein aufgrund ihrer Größe kann eine harmlose Situation schnell kritisch werden. Besonders Muttertiere schützen instinktiv ihre Kälber und können in bestimmten Situationen aggressiv reagieren“, warnt Hafellner.
Gefahr durch Hunde
Rinder nehmen Hunde aufgrund ihres natürlichen Instinkts als potenzielle Bedrohung wahr – sie erkennen Hunde als Raubtiere, insbesondere als Wölfe. Besonders Mutterkühe reagieren sensibel und verteidigen ihre Kälber und die Herde. Hunde können auf Weiden Konfliktsituationen begünstigen. Bewegungen, Bellen oder ein plötzliches Annähern von Hunden können Rinder verunsichern und Abwehrverhalten auslösen. Hunde sollten auf Almen und Weiden daher stets unter Kontrolle und möglichst an der Leine geführt werden, um gefährliche Situationen zu vermeiden. Bei einer drohenden Gefahr sollten Hunde jedenfalls sofort abgeleint werden.
Müll auf Weiden
Zur Belastung für die Almbewirtschaftung wird zunehmend achtlos zurückgelassener Müll. Getränkedosen, Flaschen, Papiertaschentücher, Essensreste, Plastik- und Hundesackerln verschmutzen Almflächen und werden zur Gefahr für die Weidetiere. Steinegger erklärt: „Was liegen bleibt, kann unsere Tiere krank machen oder sogar töten. Das muss jeder wissen, der auf Almen und Weiden unterwegs ist.“ Nach der Schneeschmelze wird sichtbar, was über Monate auf den Almen liegen geblieben ist. Doch auch während der Saison sammelt sich laufend Müll an, den letztlich die Almbäuerinnen und Almbauern einsammeln und entsorgen müssen. Steiermarkweit fallen dabei jährlich rund 1200 Säcke Müll an.