„Zum Eigentum stehen!“

LR Christian Buchmann (ÖVP) im Interview zur Achse Wirtschaft und Landwirtschaft und zur Lage im ländlichen Raum.

 

NEUES LAND: Die Begriffe Wirtschaft und Landwirtschaft deuten unübersehbar auf enge Verwandtschaft hin. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Gemeinsamkeiten?

Landesrat Christian Buchmann: Vor allem handelt es sich da wie dort um ungemein fleißige Menschen. Beide hegen und pflegen, aber sind auch für Neues aufgeschlossen. Und sie stehen für Werte – für Leistung, Eigentum, Nachhaltigkeit und manches mehr. Das ist in unserer Gesellschaft nicht selbstverständlich.

 

NL: Sie haben vom Wert des Eigentums gesprochen, das sehen die politischen Gegner doch teilweise anders…

Buchmann: Politik hat die Aufgabe, Eigentum zu schützen, das redlich erworben worden ist. Ich halte die Debatten über Erbschaftssteuer und Vermögenssteuer für abträglich, weil sie leistungsfeindlich sind. Wir müssen unbedingt zum Eigentum stehen! Nur so können wir in unserer Gesellschaft Wohlstand schaffen.

 

NL: Wirtschaft und Landwirtschaft leiden im ländlichen Raum unter den starken Abwanderungstendenzen. Stichwort: Landflucht. Sollte man nicht auch aus Sicht der Wirtschaft noch mehr dagegen tun?

Buchmann: Wir haben mit dem Zuzug von Menschen in den Ballungsräumen einen internationalen Trend. Eine UNESCO-Studie sagt uns, dass bis 2050 drei Viertel der Menschen in Großstädten leben sollen. Wenn es zu dieser Entwicklung tatsächlich kommt, bedeutet das eine Abwanderung von Menschen aus den Regionen und damit verbunden auch einen Verlust an Lebensqualität. Auch für den urbanen Raum, denn wer wird die Kulturlandschaft in den Regionen pflegen und wer wird das touristische Angebot attraktiv halten können? Wir müssen also alle gemeinsam darauf schauen, dass das Leben in den Regionen attraktiv bleibt, dass es eine gute Erreichbarkeit gibt und – dafür setze ich mich besonders ein – auch die heutzutage so wichtigen Auffahrten auf den schnellen Datenhighway. Bis 2022 wollen wir in der Steiermark alle Haushalte und damit auch natürlich die Bauernhöfe mit schnellem Breitband-Internet versorgen.

 

NL: Eine ganz wichtige Achse zwischen Landwirtschaft und Wirtschaft ist der Nebenerwerb. Viele Bauern brauchen in Reichweite zu ihrem Betrieb auch entsprechende Arbeitsplätze.

Buchmann: In der regionalen Wirtschaft weiß man die besonderen Qualitäten der bäuerlichen Arbeitskräfte sehr zu schätzen. Sie haben eine besonders starke Bindung an Unternehmen, eine hohe Leistungsbereitschaft und große Heimatverbundenheit.

NL: Wie könnte der ländliche Raum auch symbolisch wieder mehr Rückenwind bekommen?

Buchmann: Ich bin sehr dafür, dass wir zentrale Einrichtungen in die Regionen bringen. Warum müssen denn alle Ministerien oder Teile von Ministerien unbedingt ihren Sitz in Wien haben? Warum müssen alle Einheiten der Landesverwaltung in Graz arbeiten? Im Zeitalter des Internets sollte das auch in den Regionen absolut machbar sein.

 

Das gesamte Interview finden Sie in der aktuellen Printausgabe von NEUES LAND.

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