Die Zukunft am Acker

Die Anbautrends des Jahres: Eiweißpflanzen, Sonderkulturen und „Bio“ ermöglichen neue Wege.

Die steirischen Ackerbauern stehen derzeit vor großen Herausforderungen. Sie befinden sich mitten in der Anbauplanung für das heurige Jahr – NEUES LAND berichtete ausführlich zu diesem Planungsdilemma. Der markante Preisdruck bei Mais und Getreide, sowie die Flächenreduktionen bei Kürbis und Käferbohne, beflügeln bei vielen Landwirten den Innovationsgeist. Und dabei sind markante Trends zu erkennen. Der Anbau von Eiweißpflanzen und Sonderkulturen, der Umstieg auf biologische Produktionsweise und der Mut zu mehr Direktvermarktung.

„Die Anbaufläche von Soja in der Steiermark stieg von 3339 Hektar im Jahr 2016 auf über 7000 Hektar im Vorjahr. Das ist eine Steigerung von mehr als 110 Prozent“. Diese werde sich auch heuer fortsetzen, so Arno Mayer, Planzenbauexperte der Landwirtschaftskammer. Dies bestätigt auch Johann Blaimauer, Bereichsleiter für Saatgut und Holz in der Raiffeisen Ware Austria (RWA): „Im Saatgutbereich kann ich einen starken Trend hin zu Soja und zu Leguminosen erkennen. Ackerbohne, Proteinerbse und Süßlupine spielen im Ackerbau eine immer größere Rolle.“

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Die Alwera und deren Tochterfirma Estyria decken gemeinsam das Geschäftsfeld Kürbis und Käferbohne umfassend ab. Sie sehen einen deutlichen Trend in Richtung biologische Produktion und Sonderkulturen. „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache in Richtung Bio“, so Geschäftsführer Wolfgang Wachmann. „Knapp zehn Prozent Wachstum in Deutschland im Jahr 2016 sind mehr als überdurchschnittlich. Dieser Trend ist seit Jahren ungebrochen stark und die steigende Nachfrage muss auch bedient werden.“ Auch der Anbau von Sonderkulturen wie Amaranth, Quinoa, Kichererbsen und Chiasamen wird bei der Alwera auf den Prüfstand gestellt. Für 2019 ist voraussichtlich die Übernahme in den Vertragsanbau zu erwarten.

Umsetzung

Martin Hamker aus Ilz hat schon 2002 auf biologische Produktionsweise umgestellt.

Martin Hamker aus Ilz hat schon 2002 auf biologische Produktionsweise umgestellt. Foto: Privat

Wie das praktisch funktioniert zeigt Martin Hamker aus Ilz. Der Telematik-Absolvent bewirtschaftet seit 2002 knapp 150 Hektar Ackerfläche biologisch und setzt auf eine gut abgestimmte Fruchtfolge in Kombination mit Winterbegrünungen und Wirtschaftsdünger. Auch bei ihm werden neben Winterweizen und Körnermais längst schon Sojabohne und Leguminosen angebaut. „Schon vor 15 Jahren waren neben ökologischen Überlegungen die stark schwankenden Weltmarktpreise und die immer geringer werdenden Gewinne ein großes Thema“, so der Biobauer. Die um etwa ein Viertel geringeren Erträge bei biologischer Produktionsweise werden durch die deutlich höheren und stabileren Preise mehr als ausgeglichen. Die Vermarktung erfolgt teilweise über ein eigenes Lager direkt, oder über größere Handelsstrukturen. “Der Markt verträgt schon noch einiges an Bioware, es ist nur wichtig, dass wir ein gesundes Wachstum generieren um die Preise stabil zu halten”, so Hamker. Die Bio-Verbände spielen aus seiner Sicht hier eine wichtige Rolle.

 

Beitragsbild: agrarfoto.com

 

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