Wirtschaftsfaktor Waidwerk

Die Jagd hat einen bedeutenden ökonomischen Hintergrund. Eine aktuelle Studie liefert handfeste Zahlen.

Die Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Linz befasst sich mit den aktuellen Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekten der Jagd. Und die sind beeindruckend. Auf durchschnittlich 731 Millionen Euro Wirtschaftsleistung pro Jahr kommen die Forscher, wenn sie alle Leistungen und Umsätze der letzten zehn Jahre addieren, die mit der Jagd in unmittelbaren Zusammenhang stehen. Alleine für Pachten, Jagdkarten und diverse Gebühren, zum Beispiel für bestimmte Abschüsse, werden fast 100 Millionen Euro aufgebracht. Und das jedes Jahr! Etwa 35 Millionen tragen die Leistungen rund um das Wildbret zu dieser Rechnung bei. Weil die Lebensräume von verschiedenen Wildtieren immer weiter zurückgehen, versucht die Jägerschaft mit gezielten Gegenmaßnahmen neue Lebensräume zu schaffen. Zum Beispiel werden zwischen landwirtschaftlichen Nutzflächen Sträucher und sonstige niedrige Pflanzen gesetzt, um dem Wild Deckung und Zuflucht zu verschaffen oder für diesen Zweck sogar ganze Flächen gepachtet. Allein dafür werden aktuell fast 45 Millionen Euro im Jahr aufgebracht.

Jobmotor Jagd

Der Jagdbereich schafft und sichert auch Arbeitsplätze. Mehr als 6.200 Jobs können der Jagd direkt zugeordnet werden. Zu den Arbeitsplätzen, die das Waidwerk bietet, gehören nicht nur Berufsjäger, sondern auch Mitarbeiter von Fachgeschäften oder Produzenten von Jagdwaffen und -Zubehör. Allein für Löhne und Gehälter von Berufsjägern, Jagdaufsichtsorganen und anderen direkt Beschäftigten im Jagdwesen fließen mehr als 247 Millionen Euro jährlich. Österreichs Jägerinnen und Jäger geben für Waffen und Zubehör, Jagdbekleidung, Aus- und Weiterbildung sowie Brauchtumsaktivitäten fast 165 Millionen Euro im Jahr aus. So viel zu den direkten Leistungen und Umsätzen. Was hier noch nicht berücksichtigt wurde, sind die Steuern und Sozialabgaben, die alle Aktivitäten rund um die Jagd auslösen. Zum Beispiel Einkommensteuer und Sozialversicherung für Beschäftigte, Umsatzsteuer für Waren und Leistungen oder andere Abgaben, etwa Körperschaftssteuern. Alles zusammen werden hier noch einmal mehr als 270 Millionen Euro lukriert.

Beitragsbild: Jagaloden

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