„Wir müssen uns wehren!“

Gerald Holler ist im Bezirk Leibnitz mit heißen Eisen konfrontiert. Schweinepreis und Grundwasser-Programm stimmen ihn kämpferisch.

Für Gerald Holler war es so etwas wie der Sprung ins kalte Wasser, als er im vergangenen Jahr die Nachfolge von Josef Kowald – sowohl an der Spitze der Landwirtschaftskammer, als auch im Bauernbund des Bezirkes Leibnitz – antrat. Holler im Rückblick: „Meine Rolle als Nachfolger war zwar schon lange beschlossene Sache, aber der Zeitpunkt war dann doch überraschend für mich.“ Für den erfahrenen Bauernvertreter war die neue Situation, wie er sagt, kein Problem: „Wir Bauern müssen auf unseren Betrieben oft mit geänderten Rahmenbedingungen zurecht kommen, das ist auch in der Vertretungsarbeit so.“
Zwei Schwerpunkten widmet sich Gerald Holler in seinen beiden Funktionen mit großer Leidenschaft: „Es geht erstens darum, die Sorgen und Nöte der Bauern in unserem Bezirk rasch und auch wirksam an die richtigen Stellen weiterzuleiten, damit sich diesbezüglich auch etwas ändert. Zweitens sind wir gefordert, immer wieder den Blick auch über den Tellerrand hinaus zu richten, damit wir Chancen und auch Risiken rechtzeitig erkennen können.“

Katastrophe

Zwei Themen sorgen für Emotionen bei Holler: „Der Erzeugerpreis im Schweinebereich ist für viele Betriebe in unserer Region eine Katastrophe. Dazu kommt das Regionalprogramm Grundwasser, das für viele Betriebe unüberwindbare Hürden aufbaut und damit zur Existenzbedrohung wird.“ Bei diesem Thema zeigt sich Holler wild entschlossen: „Dazu darf es ganz einfach nicht kommen, wir müssen uns mit aller Kraft dagegen wehren!“
Gerald Holler glaubt auch an die kommunikative Kraft des Bauernbundes. Nicht zuletzt auch deshalb ist er bemüht, mit vielen größeren und kleineren Veranstaltungen verschiedenster Art Brücken zwischen den Landwirten und den Konsumenten zu bauen. Das bringt, wie er aus Erfahrung weiß, einen hohen Nutzen: „Auf diese Weise kann einerseits das Verständnis und die Wertschätzung für die heimischen bäuerlichen Produkte gesteigert werden und andererseits erfahren die Bauern aus erster Hand, was sich die Konsumenten von ihnen wünschen.“

Erfahrungen

Den engagierten Bauernfunktionär prägen auch ganz persönliche Erfahrungen: „ Meine Frau und ich arbeiten seit über 15 Jahren gemeinsam auf unserem Hof und konnten diesen sukzessive ausbauen. Langsames, stetiges Wachstum auf der Grundlage des bäuerlichen Familienbetriebes ist unsere gemeinsame Philosophie.“ Was er dabei gelernt hat: „Man muss immer wieder überlegen, wie man mit Innovationen und Neuerungen in allen Bereichen der Betriebsführung Zukunftspotenzial erkennen und auch nutzen kann!“ Nachsatz: „Die einzige Konstante ist die Veränderung. Das sieht man sowohl auf den bäuerlichen Betrieben, als auch in der gesamten Gesellschaft.“
Durchsetzungskraft
In diesem Zusammenhang geht Gerald Holler auch auf die bevorstehenden Wahlen in der Landwirtschaftskammer ein: „Damit die bäuerlichen Anliegen auch entsprechend ernst genommen werden, müssen unbedingt die politischen Rahmenbedingungen passen. Es gilt daher, dem Bauernbund weiterhin jene Durchsetzungskraft zu geben, die er braucht um der Bauernschaft die entsprechende Wertschöpfung und ein tragfähiges Familieneinkommen zu sichern. Zusammenhalt und Solidarität sind aus meiner Sicht gefragt wie noch nie.“

Zur Person

Gerald Holler, Jahrgang 1973, bewirtschaftet mit seiner Frau Silvia einen kombinierten Betrieb mit Ackerbau, Schweinezucht und Mast. Holler ist Bezirkskammerrat, seit 2011 im Vorstand des Schweineringes Wildon. Die beiden Kinder, Sohn David, 14 Jahre alt und Tochter Katja, 16 Jahre alt, haben die Begeisterung der Eltern für die Landwirtschaft mitgenommen. David besucht die erste Klasse der Schule in Wieselburg, Katja geht in die Schule der Schulschwestern in Eggenberg.

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