„Wir leiden alle mit!“

Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von NEUES LAND lieferten aus dem ganzen Land ihre ganz persönlichen, aktuellen Lageberichte zur jüngsten  Unwetter-Tragödie für viele Landwirte in der Steiermark.

 

Gottfried Heinz, Thannhausen: Die Regenfälle der letzten Wochen haben die Böden so aufgeweicht, dass an eine Ernte im Grünland, von Silomais und Kürbis nicht zu denken ist. Alle hoffen, dass es in den nächsten Tagen trockener wird und die Niederschläge aufhören, aber die Stimmung ist schon sehr angespannt. Die Obstbauern haben ihre Ernte unter schwierigsten Bedingungen begonnen und müssen täglich die Grenzen ihrer Erntetechnik erkennen.

 

Stefan Hösele, Haselsdorf-Tobelbad: In unserer Gemeinde halten sich die Schäden Gottseidank in Grenzen. Unsere Landwirte sind dennoch sehr besorgt. Gäbe es das Rückhaltebecken, welches von der Gemeinde Lieboch gefordert wird (mit Überleitung des Liebochbaches auf unser Gemeindegebiet) schon, wären große Flächen überschwemmt worden.

 

 

Gottfried Pichler, Kraubath a. d. M.: Vom Hochwasser ist unsere Gemeinde nicht betroffen. Allerdings ist die Erde so aufgeweicht, dass an Feldarbeiten derzeit nicht zu denken ist.
Reinhold Elsnig, Glanz a. d. W.: Die Weinbauern in der Steiermark sind in einer Ausnahmesituation und versuchen unter schwierigsten Verhältnissen und größten Gefahren (drei Abstürze mit Traktoren in unserer Umgebung an einem einzigen Tag) die Ernte beziehungsweise das, was davon noch übrig ist, in den Keller zu bringen.

 

 

Herbert Germuth, Glanz a. d. W.: Durch den vielen Regen hat bei den Trauben die Fäulnis eingesetzt und die Reife ist durch die vielen Regentage noch nicht optimal. Durch die steilen Weinhänge ist das Ernten teilweise nicht möglich oder nur mit großen Aufwand möglich. Die Trauben werden zum Teil mit Seilwinden aus den Weingärten gezogen. Viele Weinbauern versuchen trotzdem, die Ernte in den Keller zu bekommen und begeben sich damit in große Gefahr.

 

Stefan Krindlhofer, St. Margarethen a. d. R.: Wiesen und Felder wurden überflutet und landwirtschaftliche Kulturen stark in Mitleidenschaft gezogen. Weiters kam es durch die anhaltenden Regenfälle zu Hangrutschungen.

 

Karl Tatzl, Hainsdorf i. Schw.: Wir hatten in unserer Gemeinde einen schweren Erdrutsch. Davon ist eine Fläche von etwa 8000 Quadratmetern betroffen. Die Gemeindestraße wurde auf einer Länge von 50 Metern ruiniert. Wir beziffern den Schaden mit etwa 150.000 Euro.

 

Josef Wachmann, Großwilfersdorf: In unserer Gemeinde waren die Ortsteile Radersdorf und Maierhofen von den Überschwemmungen stark betroffen. Schäden hatten vor allem die Kürbisbauern zu verzeichnen. Ganze Kürbisfelder wurden weggeschwemmt. Einige Landwirte befürchten einen Totalausfall bei der Kürbisernte.

Karl Lenz, Stainz b. Str.:In unserer Gemeinde standen nach dem Austritt der Wassermassen aus dem Sulzbach viele Felder unter Wasser. Stark betroffen war der Betrieb der Gemüsebauernfamilie Lenz aus Dirnbach. Bis zu 60 cm standen die Gemüsetunnel unter Wasser. Etwa die Hälfte der 1,8 Hektar Tunnelfläche wurden überflutet. 35.000 Salatpflanzen können nicht gesetzt werden. Auch bei den Chocktailtomaten ist ein großer Schaden zu befürchten.

 

Franz Kaplan, Nestelbach i. I.:So schnell das Hochwasser gekommen ist, so schnell war es auch wieder weg. Trotzdem kann man von sehr großen Schäden bei den Feldern von Maiskulturen, Kürbissen und Chinakohl in der Gemeinde Nestelbach im Ilztal entlang des Ilzbach sprechen.

 

Anna Plienegger, Frohnleiten: Wir in Frohnleiten sind Gott sei Dank nicht so  sehr betroffen. Wenn auch die Äcker und Wiesen wasserdurchtränkt sind, die Äpfel, das Obst und Gemüse im Garten verfaulen, die Weidetiere im Boden versinken, sind wir noch immer besser dran und leiden mit unseren Berufskollegen in den südlicheren Regionen.

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