„Wir Junge können echt mitgestalten“

Der erstmalig auf einer Gemeinderatsliste kandidierende Andritzer Bernhard Obenaus will Landwirtschaft in Graz attraktiv halten.

NEUES LAND: Sie kandidieren auf der ÖVP-Liste von Siegfried Nagl für die anstehende Gemeinderatswahl in Graz. Was hat sie zu diesem Schritt bewogen?

Bernhard Obenaus: Als einer der Jugendvertreter im Bezirksvorstand des Bauernbundes Graz war für mich nach einer kurzen Diskussion in der betreffenden Vorstandssitzung klar, dass ich mich als junger Kandidat des Bauernbundes für die Gemeinderatswahl am 5. Februar zur Verfügung stelle. Außerdem hat die Grazer Volkspartei das vielseitigste und umfassendste Programm und mit Sigi Nagl den besten und erfahrensten Kandidaten.

NL: Man hört ja oft, dass sich junge Leute nicht für Politik interessieren und sich nicht einbringen. Bei Ihnen scheint das nicht der Fall zu sein, warum?

Obenaus: Ich glaube, dass sich junge Leute sehr wohl für Politik interessieren. Allerdings  müssen sie auch eine Plattform finden, wo dieses Interesse gehört und die Ideen und Anliegen ernst genommen werden. Im Bauernbund der Stadt Graz habe ich für mich eindeutig das Gefühl, dass ich mit meinen Anliegen ernst genommen werde. Ähnlich ist die Situation in der Grazer Volkspartei – Sigi Nagl ermöglicht es uns Jungen echt mitzugestalten.

NL: Hat auch Ihre Herkunft aus einem „politischen Haus“ zu der Entscheidung beigetragen? Ihr Vater Karl Obenaus ist Bauernbundobmann und Landeskammerrat, Ihr Onkel Bezirksvorsteher in Andritz.

Obenaus: Gelernt habe ich daraus, dass es oft zeitlich und persönlich sehr anstrengend ist, sich für die Gesellschaft zu engagieren. Aber man muss auch eines dabei bedenken: Wenn ich mich nicht einsetze, tun es andere. Dort mitreden zu können, wo Entscheidungen getroffen werden, ist kostbar. Da muss man auch akzeptieren, dass nicht alles sofort gelingt und dass auch öfters Kompromisse notwendig sind.

NL: Haben Sie ein persönliches Wahlprogramm und Themen, wofür Sie stehen?

Obenaus: Mein Hauptanliegen für Graz ist es, Landwirtschaft in ihren vielfältigen Formen, wie sie derzeit noch vorhanden sind, auch zukünftig zu ermöglichen. Nur so können wir auch weiterhin die Versorgung der Grazerinnen und Grazer mit regionalen Produkten sicherstellen.

NL: Haben Sie auch Vorstellungen, wie Sie das erreichen können?

Obenaus: Es geht darum, das Verständnis der urbanen Bevölkerung für die besondere Situation und die schwierige Arbeit der Bäuerinnen und Bauern weiter ausbauen. Gegenseitiges Verständnis ist aus meiner Sicht das Wichtigste! Jeder soll von jedem wissen, was er braucht und was ihn bewegt.

NL: Eine gute Bühne für das Miteinander sind doch die Bauernmärkte.

Obenaus: Ohne Zweifel – und genau deshalb möchte ich, dass sie so attraktiv und vielfältig erhalten bleiben. Aber wir brauchen auch weitere innovative Vermarktungswege für regionalen Produkte – da gibt es noch einigen Spielraum für Kreativität, wie ich meine.

NL: Was ist Ihr persönliches Wahlziel?

Obenaus: Ich setzte mich natürlich mit voller Kraft für die Grazer Volkspartei und im speziellen für den amtierenden Bürgermeister Siegfried Nagl ein. Da es für mich die erste Kandidatur für den Gemeinderat ist, steht für mich zusätzlich noch im Vordergrund, alles rund um eine solche Kandidatur kennenzulernen.

Zur Person

Bernhard Obenaus (22) besuchte die LFS Hafendort und absolvierte anschließend den einjährigen Pferdewirtschafslehrgang. Vor seinem Einstieg als Juniorpartner am elterlichen Betrieb von Karl und Karin Obenaus im Herbst 2014 verbrachte er ein halbes Jahr als Praktikant auf einem Pferdebetrieb in den Niederlanden.

 

Foto: Ulf Thausing

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