„Wir brauchen Mut und Weitblick!“

Elisabeth Köstinger, Bäuerin und Abgeordnete zum Europäischen Parlament  im Interview über ihre Rolle im Team von Sebastian Kurz.

NEUES LAND: Sie gelten als enge Vertraute des neuen ÖVP-Chefs Sebastian Kurz. Wie würden Sie Ihr Naheverhältnis beschreiben und wie ist es entstanden?

Elisabeth Köstinger: Unsere Wege haben sich bereits in den Jugendorganisationen gekreuzt, als ich Obfrau der Österreichischen Jungbauernschaft und Sebastian Kurz JVP-Obmann war. In der Politischen Akademie der ÖVP begannen wir schon 2015 einen neuen Politikansatz zu leben.

NL: Welche Rolle werden Sie im kommenden Wahlkampf und auch in einer möglichen Regierung unter Sebastian Kurz spielen?

Köstinger: Ich bin eine klare Unterstützerin seines mutigen Weges. Ich will im kommenden Wahlkampf die Interessen der bäuerlichen Bevölkerung und der Menschen im ländlichen Raum vertreten. Es geht darum, aufzuzeigen, wie man den ländlichen Raum zukunftsfit machen kann. In diesem neuen Team kämpfen wir für die Sache und nicht um Positionen.

NL: Wie sehen Sie die Chancen, die sich aus der völlig veränderten Situation in der Volkspartei ergeben?

Köstinger: Wir erleben wirklich einen Aufbruch in der Volkspartei. Inzwischen hat jeder gespürt, dass es höchste Zeit war, Parteistrukturen aufzubrechen. Das ist nun gelungen, wir wollen eine moderne politische Kraft der Mitte sein, die die besten Köpfe zulässt. Dafür brauchen wir Mut und Weitblick. Wichtig ist, dass wir diese neue Bewegung rund um Sebastian Kurz und die neue Volkspartei auf unser bewährtes Bündesystem aufsetzen.

NL: Sebastian Kurz wurde zum geschäftsführenden Obmann mit einer in der ÖVP noch nie dagewesenen Entscheidungsfreiheit bestellt. Diese neuen Verhältnisse sorgen teilweise auch für Unsicherheiten unter Funktionären in den Bünden. Wie zerstreuen Sie diese Bedenken?

Köstinger: Sebastian Kurz ist ein Teamplayer. Für ihn ist klar, dass wir das breite Fundament der Volkspartei nützen müssen, um in Zukunft mit unseren Ideen in ganz Österreich Erfolg zu haben. Dazu gehören natürlich die starke Stimme und die Mobilisierungskraft des Bauernbundes. Er hat seine 100 prozentige Unterstützung zugesagt.

NL: Was wird sich in dieser neuen Konstellation für den Bauernbund ändern?

Köstinger: Wir bleiben die wichtigste Vertretung der österreichischen Bäuerinnen und Bauern und des ländlichen Raumes. Die Partnerschaft zwischen Kurz und dem Bauernbund kann eine Erfolgsgeschichte werden. Auf ihn ist Verlass, seine Wertschätzung für den ländlichen Raum ist nicht zuletzt auf seine bäuerlichen Wurzeln im Weinviertel zurückzuführen und – wie in Niederösterreich üblich – ist er somit seit Geburt an Bauernbundmitglied und weiß daher, welch hervorragende Arbeit von uns geleistet wird.

NL: Was ist für die Zukunft der bäuerlichen Betriebe und ein tragfähiges Zukunftskonzept für das ländliche Gebiet in Österreich entscheidend?

Köstinger: Ziel ist es, mit der neuen Volkspartei die Nummer eins in Österreich zu werden und dass Sebastian Kurz der zukünftige Kanzler ist. Das ist aus meiner Sicht von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, unseren bäuerlichen Familienbetrieben Zukunft zu geben. Der Stellenwert von Lebensmitteln muss erhöht und viel intensiver in den Dialog zwischen Gesellschaft und den bäuerlichen Produzenten getreten werden. Der ländliche Raum insgesamt muss als große Zukunftschance begriffen werden.

Zur Person

Elisabeth Köstinger, aus dem kärntnerischen Granitztal stammend, wurde 2002 Bundesleiterin der Landjugend und 2007 Obfrau der Österreichischen Jungbauern. Köstinger kandidierte 2009 für die Wahlen zum EU-Parlament. Seit damals ist sie dort österreichische Vertretung für Landwirtschaft, Umwelt, Fischerei und Frauenpolitik.

Foto: Bauernbund/BigShot

 

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