Winter der Extreme

Die Wetterbilanz des heurigen, zweitwärmsten Winters der Messgeschichte zeigt deutlich, wie sehr der Gartenbau und die Landwirtschaft von den zunehmenden Wetterextremereignissen, bedingt durch den Klimawandel, betroffen sind.

Heuer waren nicht nur die Temperaturen im Dezember, Jänner und Februar extrem, sondern auch die Unterschiede zwischen einem sehr feuchten Süden und einem sehr trockenen Norden. Die bis zu 500 Prozent mehr Niederschlag in Osttirol und Kärnten Anfang Februar führten zu enormen Schneedruckschäden an über 50 Glas- und Folienhäusern. Im Gartenbau entstand ein Gesamtschaden von über 350.000 Euro, teilt die Österreichische Hagelversicherung mit.

Der Trend, dass sich milde Winter häufen, habe sich – so heißt es – 2014 wieder bestätigt. Österreichweit gesehen lag nach den Messungen der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) die Temperatur im heurigen Winter 2,7 Grad über dem vieljährigen Mittel. So war der Winter 2014 nach dem von 2006/07 der zweitwärmste seit es Aufzeichnungen gibt. Der Winter 1997/98 liegt auf Platz drei. Am Christtag 2013 wurde mit 19,1 Grad die höchste Temperatur am Salzburger Flughafen gemessen.

Auffällig waren heuer auch die extremen Nord-Süd-Unterschiede bei den Niederschlägen. Während man auf der Nordseite der Alpen nur 50 bis 60 Prozent der durchschnittlichen Menge verzeichnete, gab es im Süden der Alpen 250 Prozent mehr Niederschlag. In einigen Regionen Kärntens wie dem Mölltal fielen sogar 500 Prozent mehr. Dafür leidet der Norden Österreichs an einem extremen Defizit. So fielen in Schöngrabern bei Hollabrunn in den drei Monaten Dezember, Jänner und Februar nur 17 mm Niederschlag. Weniger verzeichnete man nördlich einer Linie von Salzburg nach Eisenstadt nur in der Saison 1857/58.

„Der heurige Februar präsentierte sich bezüglich der Niederschläge sehr außergewöhnlich. Die Unterschiede zwischen Nord und Süd reichten von 95 Prozent Defizit im Norden bis 1.000 Prozent mehr im Süden im Vergleich zum 30-Jahresdurchschnitt“, so Holger Starke, Meteorologe in der Österreichischen Hagelversicherung.

Um 40 bis 70 Prozent weniger Niederschlag als im vieljährigen Mittel verzeichnete man nördlich der Flüsse Inn, Salzach, Enns und Piesting. Der trockenste Ort des Landes war Freistadt in Oberösterreich – hier fielen nur zwei Millimeter. Das entspricht einem Defizit von 95 Prozent. Dagegen sah man im Süden der oben genannten Flüsse zum Teil noch nie dagewesene Mengen. Im Lesachtal und im Oberen Drautal erreichten die Februarniederschläge 800 bis 1.000 Prozent der klimatologischen Mittelwerte.

Foto: KK

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