Wie die Steirer keppln

Mit „Trouti“ ist die Trilogie zur steirischen Mundart nun komplett. Ein besonderer Sprachführer mit 1.200 Redewendungen und Mundartwörter.

Nun, zugegeben, es ist nicht immer ganz verständlich, was da so aus dem Steirer-Mund von da und dort im Land so fließt, vor allem für jene, die von „außen“ – also von außerhalb der Landesgrenzen –  kommen, sozusagen „zuagrast“ sind. Das ist wohl ein Grund, warum der ganz spezielle Sprachführer von Journalist Christian Penz so erfolgreich ist. Mit „Trouti!“ präsentierte der Grazer nun bereits den dritten Teil seiner steirischen Wortschatzsammlung und liefert damit Trilogie ab, die wohl in keinem Haushalt der Grünen Mark fehlen darf. Und auch in Band Drei geht’s wieder ganz schön deftig zur Sache, also „Leck Fett’n“ und ähnliche Ausdrücke sind ebenso enthalten wie bäuerliche Weisenheiten  à la „Wenn d‘ Hianna sou bleidan, doun wird’s glei amol wejtan“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Wenn die Hühner so schnell rennen, kommt bald ein Gewitter.“ Hätten Sie’s auf Anhieb gewusst? Der Spruch stammt übrigens aus Feldbach.

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Beliebt & geschätzt

Wie jedes Bundesland in Österreich und wohl auch jede Sprache in ihren jeweiligen Verbreitungsgebieten ganz spezielle Aussprachen kennt, die eng mit Tradition und Volk verbunden sind, so ist auch in der Steiermark die Mundart etwas Beliebtes und Geschätztes. Sie verleiht dem, der sie „beherrscht“ durchaus Charme und ist etwas, das eine Zuteilung zur jeweiligen „Gegend“ ermöglicht: „Ah, der kommt aus der Oststeiermark“ oder „Na, die stammt bestimmt aus dem Murtal“ usw. Fürs Schulbuch des Steirer-Nachwuchses ist sie weniger gedacht, da wäre sie wohl ein Hindernis, das zu so manchem „Fleck“ im Gegenstand Deutsch führen könnte.

Wadlbeissa & Brodler

Christian Penz hat – wie bereits in den beiden vorgegangenen Ausgaben – gemeinsam mit Illustrator Alfred Lobnik auch in „Trouti“ auf liebenswerte Weise emsig Wortschatz gesammelt, den Steierleuten ganz genau auf den Mund geschaut und 1.200 Redewendungen und Mundartausdrücke auf 160 Seiten verpackt.  Zwischen Wadlbeissan und Brodlern, werden die Leser dann wohl das ein oder andere mal „dreinschaun wia a Autobus“. Vielleicht kommt aber auch einiges recht bekannt vor. Mit Sicherheit sorgt aber so ziemlich alles Gesammelte im Band Drei erneut für viele Schmunzler und wohl auch schallendes Gelächter. Keine schlechte Idee übrigens für ein passendes Weihnachtsgeschenk.

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„Trouti!“

„Die Steirer keppln nou imma“ heißt Band Drei des Wortschatzes der steirischen Mundart, 160 Seiten, illustriert, um 14,90 Euro im Buchhandel erhältlich. Darin gesammelt hat Autor Christian Penz 1.200 urige Wörter und unterhaltsame, bauernschlaue Redewendungen aus allen Teilen der Steiermark

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