„Wertschöpfung ins Land bringen!“

Irene Gombotz, Obfrau der „Jungen Wilden Gemüsebauern“ zum nahenden „Tag der Paradeiser“ und zu vielen innovativen Ideen.

NEUES LAND: Wie wild sind die ,Jungen Wilden Gemüsebauern‘ der Steiermark?

Irene Gombotz: Wir sind schon wirklich wild – unsere Persönlichkeiten entsprechen durchaus der bunten Vielfalt unseres Gemüses.

NL: Welche Ziele haben sich die ,Jungen Wilden‘ gesetzt?

Gombotz: Wir möchten erstens aufzeigen, was es alles an regionalem und saisonalem Gemüse gibt und die Kunden noch näher heranführen. Zweitens arbeiten wir intensiv an innovativen Gemeinschaftsprojekten, die Wertschöpfung ins Land bringen wollen.

NL: Ihr aktuelles Schwerpunktthema sind die Paradeiser, die ja derzeit ihre Hochsaison haben. Wie gehen Sie mit dem sprachlichen Identitätsproblem um – in nicht wenigen Läden werden sie ja als Tomaten, einem aus Deutschland importierten Begriff, angeboten?

Gombotz: In unserem Umfeld hören wir fast zu 100 Prozent von Paradeisern – das hängt aber wohl auch damit zusammen, dass wir alle konsequent nur von Para-deisern reden. Ich habe das Gefühl, dass die Bezeichnung Tomaten langsam an Bedeutung verliert.

NL: Paradeiser sind die mit Abstand die beliebteste Gemüseart der Österreicher mit enorm hoher Nachfrage. Was auch dazu führt, dass es sehr viel Konkurrenz im In- und Ausland gibt. Sind Sie dafür gut gerüstet?

Gombotz: Die Paradeiser sind tatsächlich sehr herausfordernd für die Produzenten. Es gibt nicht nur den internationalen Wettbewerb, auch viele große Glashäuser entstehen rundherum. Wir sind aber überzeugt davon, dass die klein strukturierte Landwirtschaft ihre Chance hat. Unsere Stärken sind die besondere Qualität und die Sortenvielfalt. Deshalb sind wir bemüht, alte Sorten wieder neu zu entdecken.

NL: Eine wichtige Rolle für den Erfolg der Paradeiser bei den Konsumentinnen und Konsumenten spielen ihre vielen Talente. Welche davon beeindrucken sie selbst am meisten?

Gombotz: Jetzt im Hochsommer möchte ich die Tatsache hervorheben, dass sie – was viele nicht wissen – nicht nur Genuss, sondern auch einen gewissen Sonnenschutz anbieten. Außerdem haben sie beim Essen eine kühlende Wirkung. Aber es gibt noch viele, viele weitere gute Gründe, zu steirischen Paradeisern zu greifen.

NL: Zum nahenden ,Tag der Paradeiser‘ am 8. August setzen sie wieder auf die Begeisterung von Kindern für  die knallrote Köstlichkeit. Warum das?

Gombotz: Im Frühjahr waren zwei von uns in Kindergärten unterwegs und haben mit den Mädchen und Buben gemeinsam Paradeispflanzen und anderes Fruchtgemüse angepflanzt. Kinder sind vom Erlebnis des Wachsens total begeistert, erzählen uns die Kindergartenpädagoginnen immer wieder. Wir freuen uns daher sehr darauf, mit den Kleinen jetzt gemeinsam zu ernten und bei dieser Gelegenheit auch ihre Lieblingsparadeiser zu wählen.

NL: Was haben die ,Jungen Wilden‘ sonst noch vor?

Gombotz: Wir setzen stark auf Fortbildung und auf Innovationen. Neun von uns haben heuer erfreulicher Weise den Meisterkurs absolviert und an Ideen mangelt es auch nicht. Wir planen ein Steirisches Paradeiser-Ketchup, es gibt sehr guten Paradeiser-Essig und unser Kollege Stefan Weiß aus St. Anna am Aigen kann jetzt sogar einen Paradeiser-Wein anbieten. Und das ist sicher noch lange nicht alles.

NL: Das klingt so, als ob die ,Jungen Wilden‘ nur sehr ernst bei der Sache wären.

Gombotz: Das sind sie oft, aber sehr lustig ist es auch nicht selten bei uns!

Zur Person:

Irene Gombotz aus Hof bei Straden ist Obfrau der „Jungen Wilden Gemüsebauern“ in der Steiermark. Sie führt gemeinsam mit ihren Eltern Ingrid und Franz einen landwirtschaftlichen Betrieb, in dem Gemüse die Hauptrolle spielt.

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentieren

*