Wenn Eis alles zerstört

Obwohl die Anzahl der Hagelschäden unter dem zehnjährigen Durchschnitt liegt, ist das Jahr 2014 von einer Schadensvielfalt geprägt. 10.000 Hektar Nutzfläche waren betroffen.

Franz Schrottner, Landwirt in der Gemeinde Dobl, schildert das Unwetter, welches Anfang Juli seine Getreideernte fast zur Gänze vernichtet hat: „Ich war gerade dabei, Heu einzubringen, als es losging. Innerhalb kürzester Zeit zog ein Hagelunwetter über unsere Felder und vernichtete fast die gesamte Ernte.“ Rund vier Hektar Futtergetreide waren davon betroffen. Am Betrieb Schrottner vulgo Winkelhof werden Milchkühe mit einer angeschlossenen Hofmolkerei gehalten. Kurz nach der Meldung des Schadensereignisses an die Österreichische Hagelversicherung, wurde dieser von Experten geschätzt. Schrottner dazu: „Es wurden 68 Prozent geschätzt und der Schaden ist bereits ausbezahlt worden. Damit haben wir Triticale als Futtergetreide zugekauft.“

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Landwirt Franz Schrottner aus Dobl war von einem Hagel-unwetter im Juli stark betroffen. Für solche Fälle gibt es rasche Hilfe über die Österreichische Hagelversicherung, verspricht der Landesleiter Josef Kurz (oben). Fotos: Österreichische Hagelversicherung, Lind, fotolia.com/Ansebach

Schadensjahr

Josef Kurz, Landesleiter der Österreichischen Hagelversicherung, zum diesjährigen Schadensverlauf: „Begonnen hat das heurige Schadensjahr mit den vielen Überschwemmungs- und Wiederanbauschäden im Mai, gefolgt von zahlreichen kleinräumigen, teils schweren Hagelunwettern über die gesamte Sommersaison. Auffallend sind auch die überdurchschnittlich vielen Sturmschäden bei Mais und die Auswuchsschäden beim Brotgetreide durch die vielen Niederschläge zur Ernte. Insgesamt können wir nach derzeitigem Stand 2225 Schadensmeldungen verbuchen.“ Besonders großer Wert wird im Unternehmen auf eine rasche Erhebung der Schäden sowie eine schnelle Auszahlung gelegt. Kurz weiter: „Die Sachverständigen der Österreichischen Hagelversicherung, die alle praktizierende Landwirte sind, führen eine transparente, objektive und nachvollziehbare Schadenserhebung durch. Erntereife Kulturen haben bei der Erhebung vorrangige Priorität. Herbstkulturen werden zu einem späteren Zeitpunkt begutachtet, um den genauen Schaden feststellen zu können.“ Bei schweren Schäden sei oft eine zweite Besichtigung vor der Ernte unerlässlich. 81 Sachverständige stehen der Österreichischen Hagelversicherung derzeit zur Verfügung, rund 15 Personen sind derzeit auch im Einsatz. Landesleiter Kurz nimmt diese Aufgabe sehr ernst: „Bei der Auswahl unserer Mitarbeiter legen wir größten Wert auf gute Ausbildung, mindestens die Meisterprüfung müssen die Bewerber vorweisen können.“

Hagelversicherung

Die Unwetter nehmen in Häufigkeit und Intensität zu. Gerade Landwirte mit ihrer Werkstatt unter freiem Himmel, sind davon zuerst und am stärksten betroffen. Rund 85 Prozent der steirischen Ackerfläche ist über die Österreichische Hagelversicherung bereits versichert. Auch Landesrat Hans Seitinger sieht darin eine große Verantwortung: „Das Land Steiermark und der Bund beteiligen sich jeweils im Ausmaß von 25 Prozent an den Prämien für die Hagelversicherung. Die Steiermark trägt pro Jahr rund fünf Millionen Euro bei, dadurch sind die Prämien für diese Absicherung für die Bauern niedriger.“

Die Österreichische Hagelversicherung bietet unter Europas Agrarversicherern den umfassendsten Versicherungsschutz.

 

Schadensmeldung

  • Meldung des Schadens: Wichtig ist, dass der Schadensfall so rasch als möglich über das Onlineformular unter www.hagel.at gemeldet wird.
  • Einsatzplanung: Die Schadensmeldung wird in ein elektronisches Einsatzplanungssystem eingespielt.
  • Erhebung des Schadens: Kulturen, die bereits geerntet werden oder kurz davor stehen, werden vorrangig behandelt. Pflanzen, bei denen sich das vollständige Schadensausmaß erst nach einiger Zeit zeigt, werden nach einigen Wochen besichtigt. Die Sachverständigen melden sich rechtzeitig.
  • Abrechnung des Schadens: Die Schadensabrechnung wird auf Basis des Schadensprotokolles und der aktuellen Polizze erstellt. Der Entschädigungsbetrag wird auf das Konto überwiesen.

 

 

 

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