Weiter Weg zum großen Glück

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Hand in Hand durchs Land – dieser Traum geht nicht so leicht in Erfüllung. Foto: fotolia.com/Photocreo Bednarek

Frühling ist die Zeit der Liebe. Das hat nicht nur schöne Seiten, denn auch die Last der Einsamkeit wird größer. Speziell am Land!

Es ist kein Zufall, dass sich besonders viele Menschen im Frühling verlieben. Experten können ganz genau erklären, was da im menschlichen Körper vorgeht: Ein weit größeres Angebot an Licht führt dazu, dass weit mehr sogenannte Neurotransmitter wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin ausgeschüttet werden, die die allgemeine Stimmung beflügeln und so etwas wie Doping für die Gefühle sind.

Die berühmten Frühlingsgefühle gibt es also tatsächlich, Zweisamkeit wird um diese Jahreszeit zum zentralen Thema. Die „Schmetterlinge im Bauch“ schaffen so etwas wie eine romantische Hochsaison, die allerdings auch ihre Tücken hat: Jene, bei denen der Traum vom gemeinsamen Weg durchs Leben nicht in Erfüllung geht, leiden darunter mehr als sonst. Und besonders groß ist dieser Leidensdruck im ländlichen Raum – wie auch Leo Madl, der Obmann der Steirischen Jungbauern bestätigt: „Gerade für die Bauernschaft ist das ein sehr heißes Thema – im wahrsten Sinn des Wortes“. Und es ist vor allem kein einfaches. Denn Bäuerinnen und Bauern auf Partnersuche stehen in erster Linie, meint er, vor einem ganz entscheidenden Problem – dem enormen Arbeitsdruck, der auf ihnen lastet.

Kennenlernen

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Jungbauernobmann Leo Madl: „An der Nase nehmen“. Foto: Archiv

Die entscheidende Frage lautet also: Woher die Zeit nehmen, für die Suche nach Zweisamkeit? „Man muss daran denken, dass es auch etwas anderes gibt als 365 Tage im Jahr zu arbeiten“, so Madl. Und die Möglichkeiten, jemanden kennenzulernen, auch wahrnehmen. Denn deren gibt es viele – auch am Land. „Feste finden jedes Wochenende statt. Außerdem gibt es auch sehr viele Landjugendveranstaltungen. Potential ist genug vorhanden“. Und er weiß, wovon er spricht: „Ich selbst habe meine Frau bei einem Almfest kennengelernt“.

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Singlecoach Doris Jeloucan: „Bauern leiden sehr lang“. Foto: kk http://www.jeloucan.at/

Druck macht aber auch die so zentrale Bedeutung des Familienverbandes – mit der ein Hof steht und fällt. Das schafft natürlich auch rundum Erwartungshaltungen. Die ältere Generation will die Zukunft des Hofes gesichert haben, aber auch die Nachbarn beobachten meist mit Argusaugen den jeweiligen Beziehungsstatus etwaiger noch lediger Jungbäuerinnen und Jungbauern im Ort. Das bestätigt auch Psychologin Doris Jeloucan, die auf Paartherapie und Singlecoaching spezialisiert ist. „Über 50 Prozent meiner Klienten kommen aus dem ländlichen Raum“, so die Expertin mit Sitz in Graz. „Du könntest die Leute austauschen. Sie haben die gleiche Geschichte“. Auch die Therapeutin sieht den immensen Arbeitsdruck als großes Problem – aber die Freizeit auch. Sie wird nämlich oft in Vereinen verbracht, die sehr männerlastig sind. „Wenn sie einmal im Jahr auf einen Ball gehen, dann muss das ja in die Hose gehen, weil die Übung fehlt“, so Jeloucan.

Langes Leiden

Noch ein weiteres interessantes Detail: „Bauern leiden sehr lang, die Städter kommen in solchen Situationen meist schon früher zu mir“, weiß die Therapeutin. Wobei Frauen „fünf vor zwölf anrufen, die Männer fünf nach zwölf“.

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass die Liebe mittlerweile viele Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ins bäuerliche Leben führt. Eine Entwicklung, die Leo Madl als durchaus positiv wahrnimmt: „Diese Frauen und Männer sind dann oft mit Leib und Seele Landwirte und mehr bei der Sache als einer, der den Hof einfach nur geerbt hat“. Dass dies meist gut funktioniert, meint auch Jeloucan: „Weil sie sich das bewusst ausgesucht haben“.

Guter Rat

Was also ist der wichtigste Ratschlag auf der Suche nach Zweisamkeit? Leo Madl: „Man muss sich schon selber an der Nase nehmen“.

 

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Für alle Mitglieder des Steirischen Bauernbundes haben wir in Sachen Zweisamkeit ab sofort ein ganz besonders Angebot: Bis zum 30. Juni sind in NEUES LAND private Partnerinserate gratis!

Maximal zwei Anzeigen pro Monat.

Die maximale Wortanzahl: 25 (inklusive einer Telefonnummer – empfehlenswert ist ein Wertkartenhandy).

Kennwort-Anzeigen sind möglich. In diesem Fall fällt eine Bearbeitungsgebühr von 9 Euro (inkl. MWSt.) an.

Die Aufgabe der Anzeigen (Telefon 03 16/82 63 61-13 oder sonja.haubenhofer@neuesland.at) ist ab sofort unter Angabe der genauen Kontaktdaten (zur internen Verwendung) möglich – bereits die nächste Ausgabe steht dafür zur Verfügung.

 

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1 Kommentar

  • interessanter artikel mit sichten auf die kulturellen unterschiede zwischen stadt und land, gut gelungen!

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