Wann ist der Bauernhof ein Erbhof?

Erbhöfe spielen vor allem im Anerbengesetz eine wichtige Rolle. Dort will man die Zerstückelung und Zersplitterung von lebensfähigen Landwirtschaftsbetrieben verhindern.

Warum bekommen geschichtsträchtige Bauernhöfe in Tirol, Salzburg und Oberösterreich von der dortigen Landesregierung den Ehrentitel „Erbhof“ verliehen und steirische nicht? Der Grund liegt in der jeweiligen Landesgesetzgebung, in der Steiermark gibt es kein solches Gesetz.

Auf einer anderen Ebene hat der Begriff „Erbhof“ eine viel größere Bedeutung – nämlich dann wenn es tatsächlich ums Erben geht. Die allgemeinen erbrechtlichen Bestimmungen, insbesondere bei der gesetzlichen Erbfolge, stellen für die Erbteilung bei einem mittleren bäuerlichen Betrieb meist keine befriedigende Lösung dar. Es würden eine Zerstückelung und Zersplitterung von lebensfähigen Betrieben drohen.

Dieses berechtigte volkswirtschaftliche Interesse an der Sicherung erhaltungswürdiger mittlerer land- und forstwirtschaftlicher Betriebe führte zur Schaffung erbrechtlicher Sonderbestimmungen. Diese sind im sogenannten Anerbengesetz enthalten. Darin ist sehr wohl von „Erbhöfen“ die Rede.

Foto: Greiner

 

 

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