Viel Wald am Grazer Waldfest 2017

Aktuell wird das Ökosystem Wald als DER Alleskönner schlechthin gerne durch sämtliche Medien gereicht.

Er rettet uns vor der drohenden Klimakatastrophe, er erhält Biodiversität und beherbergt die vielfältige Flora und Fauna und immer mehr Wissenschaftler schreiben dem Wald heilende Wirkung zu. Darüber hinaus schützt der Wald vor Burn-out und lässt uns Menschen entspannen. Es zeigt sich, dass die Erfüllung der unterschiedlichen Erwartungen an den Wald nur durch aktive Bewirtschaftung der Waldeigentümer möglich ist. Das 9. Waldfest am 21. Juni 2017 am Grazer Hauptplatz präsentierte nähere Informationen.

“Ich war den ganzen Tag da, weil es mir so gut gefallen hat – auch weil es so gut gerochen hat“. „Ich habe gar nicht gewusst, dass der Wald für mich so wichtig ist.“ „Schade, dass ihr nur heute da seid – es ist schön, wenn der Grazer Hauptplatz so grün ist“. Dies sind Aussagen von einigen der 3.000 Besucher des „Festes für den Wald“ der Steirischen Forstwirtschaft. Der Grazer Hauptplatz wurde innerhalb von wenigen Stunden in Wald verwandelt. Unter tatkräftiger Unterstützung wesentlicher forstlicher steirischer Institutionen, Firmen und Vereine, unter Federführung des Steiermärkischen Forstvereins, konnten die Besucher über den Wald, seine Leistungen und Aufgaben Näheres erfahren – und dass „unser Wald in guten Händen ist“.

Waldlehrpfad und Waldquiz lockten die Lernbegierigen, Holzbastelwerkstatt, Brandmalerei und Papierschöpfen zeigten, was mit Holz gemacht werden kann. Das Schneiden mit der Zugsäge motivierte die Sportlichen. Der Harvester, eine Holzerntemaschine, zeigte wie heutzutage Holz geerntet wird. SchülerInnen der Forstschule Bruck/Mur zeigten ihre Schnelligkeit im Ketten-Wechsel und die präzise Schnittführung mit der Motorsäge. Viele Menschen zog die „Motorsägenperformance“ der land- und forstwirtschaftlichen Fachschüler von Altgrottenhof, Graz an, die mit ihrem Werkzeug Kunstwerke aus den Baumstämmen zauberten. Und natürlich die 27 Informationsstände, die Einblicke in die Vielfalt des Waldes gaben.

Im Vorfeld wurde ein Kreativwettbewerb „Wunderland am Waldesrand“ für steirische Volksschulen ausgeschrieben. 439 Schülerinnen und Schüler aus 32 Klassen, von 19 Schulen in 8 Bezirken, haben sich beteiligt und ihre Gedanken zum Waldrand zu Papier gebracht. Prämiert wurden die Volksschulen aus Dietersdorf am Gnasbach, Sinabelkirchen, Ratschendorf, Praxisvolksschule Graz, Viktor Kaplan Graz und Donnersbach. Für ihre aufwändige Collage erhielt die Volksschule Arnfels einen Sonderpreis.

Charmant moderiert von der ORF-Sprecherin Sigrid Maurer, musikalisch umrahmt von den Kreischberg Musikanten, dem Schneiderwirt Trio aus Voitsberg und dem A-capella Ensemle VocaliX aus Weiz, nicht zuletzt unterstützt von einem gut gesinnten Wettergott, konnte der Dialog für die Ausgewogenheit der verschiedenen Interessen am Wald gelingen.

Ökosystemleistung des Waldes

Die vermehrte Nutzung von Holz zum bestmöglichen Ersatz CO2-intensiver Materialien wie Beton und Stahl ist für den Klimaschutz bedeutungsvoll. Ein Kubikmeter Holz speichert jene Menge an Kohlenstoff, die in einer Tonne Treibhausgas CO2 vorhanden ist. Bäume entziehen der Luft beim Wachstum das Treibhausgas CO2 und wandeln es mit Hilfe des Sonnenlichtes in Kohlenstoff und Sauerstoff um. Der Kohlenstoff wird im Holz gespeichert, der Sauerstoff an die Umgebung ab­gegeben. In steirischen Wäldern sind rund 200 Millionen Tonnen Kohlenstoff gebunden – das entspricht etwa 750 Millionen Tonnen CO2. Weltweit geht die Waldfläche aufgrund illegaler Rodungen jährlich um 20 Mio. ha zurück. In der Steiermark hingegen nimmt die Waldfläche jährlich um ca. 600 Hektar zu. Das entspricht einer Fläche von rund 800 Fußballfeldern. Sowohl Waldfläche, wie auch Holzvorrat im Wald nehmen zu. Durch aktive Waldbewirtschaftung und dauerhafte Verwendung von Holzprodukten, wie z.B. beim Hausbau, vermindert die CO2-Speicherung den Treibhauseffekt.

Wirtschaftsmotor für den ländlichen Raum

Der Wald ist in der Steiermark mit 55.000 Arbeitsplätzen der bedeutendste Wirtschaftsfaktor, besonders in strukturschwachen ländlichen Gebieten. Bei einer zusätzlichen Holznutzung von 1,4 Millionen Festmetern jährlich in der Steiermark könnten alleine in der Holzernte über 700 Arbeitsplätze mehr geschaffen werden – und das, ohne den Holzvorrat abzubauen.

Vielfalt Wald

In Österreich gibt es 125 Waldgesellschaften, 22 Wuchsgebiete, 93 heimische Waldbiotoptype und 65 Baumarten. Rund zwei Drittel aller in Österreich vorkommenden Arten sind im Wald zu finden. Unter anderem werden Kleinbiotope werden geschaffen und Totholz wird bewusst gefördert. Diese unbezahlbaren Leistungen der nachhaltigen Waldwirtschaft müssen auch weiterhin gestärkt und ausgebaut werden.

 Der Wald als Gesundheitsvorsorge

Holzeinsatz im Wohnraum sorgt für gesundheitliches Wohlbefinden. Eine Reduktion der Herzfrequenz von ca. 3500 Herzschlägen/Tag bietet erholsamen Schlaf und verringert die Wetterfühligkeit.

 

Foto: Harry Schiffer

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